Achtsamkeit – Den Geist des Anfängers bewahren (3. Beitrag)

Der dritte Grundpfeiler der Achtsamkeit. Der zweite war die Geduld.

Den Geist des Anfängers bewahren.

Kennst Du: „Kenn ich!“?

gelber-mohnJe nach Person, die das sagt kann man dann davon ausgehen, das keine Ahnung vorhanden ist. Aber beim Anfängergeist ist nicht diese mehr oder weniger (un)schuldige Ahnungslosigkeit gemeint.

Gemeint ist eine völlig unvoreingenommene Grundhaltung, die jeden Eindruck immer wieder neu erlebt.

Wenn ich eine Blume sehe, dann schaue ich sie an, als sehe ich die Farbe zum ersten Mal, röche sie zum ersten Mal, fühlte sie zum ersten Mal. Diese Haltung macht die Welt ganz besonders. Sie wird in jedem Detail staunenswerter. Der Anfängergeist sorgt dafür, das nie etwas dem anderen gleicht. Egal ob in in Beruf oder Partnerschaft, in meiner Meditationserfahrung oder ob ich ein Musikstück zum xten Male höre. Das Abschleifen, das hingeworfene „Kenn ich!“ gibt es nicht mehr. Alles wird immer wieder neu erlebt, nichts ist wiederholbar.

Natürlich müssen sich Routinen bilden. Es wäre schon fast tödlich, wenn man Dinge wie etwa Autofahren nicht schon fast im Unterbewußtsein „erledigen“ würden. Oder wenn wir in unserer beruflichen Arbeit jeden Tag von neuem beginnen müßten. Aber das Erleben der Ergebnisse des Tuns ist das Ziel des Anfängergeistes.

Die Welt wird mit dem Geist des Anfängers – irgendwie – spannender und läd ein immer wieder, jeden Tag, jede Minute neu entdeckt zu werden. Bin ich in diesem Geist kann ich gar nicht anders als meine Achtung, meine Achtsamkeit, auf sie zu richten.

blackmanVon den 7 Grundpfeilern der Achtsamkeit halte ich den Geist des Anfängers vielleicht für die schwierigste Übung. Weniger bei der Betrachtung von Blüten, da fällt es mir sogar richtig leicht.

Vor allem im Umgang mit Menschen habe ich da so meine Probleme diese Idee umzusetzen. Es gibt Menschen mir auf Anhieb unsympathisch sind, mit denen ich nicht kann und bei denen man vorhersehen kann, dass es nicht gut geht, wenn wir länger im selben Raum sind. Bei diesen Menschen kann ich an dieser Aufgabe glatt verzweifeln.

Irgendwie braucht der Geist des Anfängers wohl doch lange Erfahrung und viel Arbeit.

fotos: Götz Friedrich; mike schwarzenbeck / pixelio.de
Alle Beiträge dieser Reihe:
Übersicht – 1 – Nicht-Beurteilen – 2 – Geduld – 3 – den Geist des Anfängers bewahren – 4 – Vertrauen – 5 – Nicht-Greifen – 6 – Akzeptanz – 7 – Loslassen


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  2. Bernd on

    Hi Lothringer,

    das ist sicher hilfreich und auch in meinen Augen eine wunderbare Vorstellung, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes wertvoll ist.

    Viele Grüße

    Bernd

  3. Lothringer on

    Schöne Webseite !

    Aus einer christlichen Perspektive würde man sagen, dass man die Liebe Christi braucht, um jedes Mal neu die unangenehmsten Individuen als wertvolle Menschen wahrzunehmen.

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