zur Person

Wer bist Du?
… sei nicht so neugierig ;-)

Mensch bin ich. Das Leben interessiert mich. Dort, wo es ganz normal ist. Im Alltag eben.

Ansonsten bin ich verheiratet, wir haben zwei Kinder. Ich habe Biologie studiert und arbeite als freier Biologe mit Insekten in der Schädlingsbekämpfung. Daneben bin ich Yogalehrer BDY/EYU und ehrenamtlich in der Gesundheitsselbsthilfe und Kirchengemeinde aktiv. Also völlig unspektakulär.

Zu diesen Seiten – warum ist das hier ein Yoga-Blog?

Es gibt viele Seiten im Netz, die sich mit Leben, Spiritualität, Yoga und ähnlichen Dingen beschäftigen. Vieles ist mir zu abgehoben, zu philosophisch im Sinne von verkopft, ohne Bezug jedenfalls zu meiner eigenen Lebensrealität. Anderes zu platt und ohne eigenen Spirit. Als ich 2006 mit diesem Blog begonnen hatte, stand noch die Idee dahinter eine Art Lebenshilfe-Blog zu schaffen. Ich habe eine chronische Darmentzüdung, einen Morbus Crohn, und arbeite in der Selbsthilfe, vor allem der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung, der DCCV. Da lag es nahe eine Art Beispiel geben zu wollen, wie man mit Krankheit gut leben kann. Von dem Beispieltrip bin ich jetzt runter. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ein Blog wird das nicht ändern. Selbst meines nicht :-)

So schreibe ich jetzt, was gerade so anliegt, just for fun. Yoga in vielen Facetten ist im Moment (Dez. 12) Hauptthema. Vor einigen Jahren hätte ich vielleicht noch Meditation und andere spirituellen Übungen weiter in den Vordergrund gestellt. Aber das alles ist Yogapraxis. Yoga ist die vielleicht größte Methodensammlung für individuellen menschlichen Fortschritt überhaupt. Sei es gesundheitlich oder spiritueller Natur. Yoga bringt zusammen, was getrennt ist, übt die universelle Schau des Lebens und des Individuums.

Im Yoga selber lebe und praktiziere ich im Moment zwei Stränge. Zum einen den restaurativen Yogastil meiner Lehrerin Christel Adolphi, mit dem ich in den Zeiten, in denen gesundheitlich kaum etwas ging, wieder zurück zu einem völlig normalen Leben gefunden habe. Im restaurativen Yoga geht es um ganz besonders um Wiederherstellung und um das Entdecken der eigenen, inneren Ressourcen. Der Stil ist ruhig, sehr atembetont und mit leichten Bewegungsabläufen. Das Idealbild einer solchen Yogastunde ist, dass man zu Beginn die Augen schließen kann und sie erst am Ende der Yogastunde wieder öffnet. Man geht dabei in einen sehr meditativen Zustand der auch einen starken Anklang an Yoga Nidra hat.

Der zweite Strang ist eine körperlich fordernde Praxis. Im Laufe der Zeit hat sich mein Gesundheitszustand soweit verbessert, dass ich das tiefe Bedürfnis habe, auch die körperliche Praxis den wieder vorhandenen Möglichkeiten anzupassen. Im Laufe der letzten Zeit habe ich die gängigen aktiven Stile wie Iyengar-, Ashtanga- oder Anusara-Yoga angesehen. Geblieben ist ein aktiver Hatha-Yoga, der aus allen Quellen schöpft und beginnt ein eigenes Profil zu entwickeln. Freude und Spass an Bewegung lässt mich hier eintauchen und mir gefällt der analytische Blick auch auf körperliche Vorgänge, der aber nie den seelischen Aspekt, Gefühle und spirituelle Erfahrung außer Acht lässt. Jede Yogastunde umfasst nicht nur die körperliche Praxis, sondern hat immer einen Bezug zu einem Thema, oft aus den Yogasutren oder anderen Yogaquellen, aber auch akutelle Tagesthemen finden den Weg auf die Matte. Körperliche Praxis mit darüber hinausweisenden Themen zu verbinden übt ungemein, den Yoga auch von der Matte wieder ins Leben zurück zu bringen.

Eine dritte Säule meiner Praxis ist die Meditation bzw. die aus christlichen Quellen schöpfende Kontemplation. Yoga lehrt die Selbstauflösung im Fluss des Lebens, Endziel des Yoga ist “citta vrtti nirodhah”, das komplette zur Ruhe kommen der geistigen Bewegung – bei dem sich die Unterschiede des eigenen Selbst zu dem, was einen umgibt, auflösen. Christlicher Glaube lebt aus dem Bewusstsein heraus, dass Gott als Gegenüber derjenige ist, der der Grund unseres Seins ist. Ein Gott, den man im eigenen Inneren zu finden scheint, macht hier Probleme. Ein yogisches Auflösen – im Sinnen von Eins auch mit dem Göttlichen werden – scheint vielen Theologen und fundamentalistischen Christen in ihren Grundhaltungen nicht vereinbar zu sein. Ich bin kein Theologe und verstehe diese Haltung auch nicht. Mein Gottesbild ist weder ein theologisch-abstraktes, noch ein buchstabengetreues biblisches. Es kommt aus der tiefen Erfahrung Geschöpf zu sein, geschaffen von einem liebenden Gott. Wenn ich in die Meditation gehe, dann mit dem Ziel zur Ruhe zu kommen und Gott reden zu lassen. Dafür ist Yoga gut!

5 Antworten auf zur Person

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  3. friedenberger, horst sagt:

    dortmund, 27.03.2013

    lieber bernd,

    kennengelernt habenwir uns durch unsere krankengeschichte.

    ich hoffe und wünsche dir, dass du genau wie ich inzwischen ohne herkömmliche heilmittel der ärzte mit diesem körperlichen wesenszug leben darfst. geholfen hat mir dabei übrigens die trennung von unserem ehemals gemeinsamen verband… – … das loslassen im vertrauen auf gott …

    nun begegne ich dir zufällig(?) in diesem nicht-wirklichkeits-bereich in geistlich-geistigem zusammenhang.

    ausgehend von guten erfahrungen in einem einschlägig arbeitenden krankenhaus habe ich den hauptpunkt dieses vorhabens auch kennengelernt, mich aber niemals bei solchen übungen restlos im innersten darin aufgehoben gefühlt.

    vielleicht beschäftigt dich ja die frage genauso wie mich, ob und wie ursprünglich indische anschauungen und übungen für bewusst christlich und besonders evangelisch ausgerichtete menschen förderlich und zielführend sind.

    für diesen fall gebe ich dir gern folgenden link weiter:
    http://www.ekd.de/ezw/Lexikon_1967.php

    nur gutes und herzliche grüße für dich und die deinen sendet dir für deinen weg

    aus dortmund
    horst

  4. Bernd sagt:

    Hallo Horst,

    schön noch mal von Dir zu hören.

    Tatsächlich bin ich derzeit frei von Medikamenten gegen meine Darmentzündung. D.h. aber leider nicht, dass sie komplett ohne Symptome wäre. Aber das, was noch an Problemen da ist, bekomme ich gut bewältigt. Da ich das Glück habe bei einem sehr verständisvollen Gastroenterologen unter Kontrolle zu stehen, kann ich konventionelle und komplementäre Medizin gut kombinieren.

    Die Frage, wie sich Yoga(-Meditation) und Christentum kombinieren lassen, beschäftigt mich ständig und die Haltung speziell der EKD ist mir bekannt. Es gibt durchaus Punkte, in denen sich Yogaphilosophie und christliche Theologie reiben. Hardliner der einen oder anderen Seite mögen darin unüberwindliche Hindernisse sehen. Es gibt immer wieder Menschen mit dogmatischen Lebensbildern, die keine andere Wahrheit als nur die ihre allein anerkennen.
    Aus solchen Lebensbildern entstehen Schuldgefühle und entzünden sich im Extremfall wütende (Glaubens-) Kriege auf allen Ebenen. Aber es entsteht kein Segen oder gar so etwas wie Heilung daraus. Wenn das Leben etwas lehrt, dann, dass es eben keine einzige Wahrheit gibt.

    In der Praxis zählt die Theorie wenig. Schon alleine in den christlichen Kirchen erkenne ich Differenzen die sehr tief gehen. Ich habe keine Probleme damit umzugehen. Warum sollte ich selber also Probleme mit Yoga und dem Christentum haben?
    Im realen Leben zählt das, was tatsächlich passiert und Leben füllt. Nicht mehr, nicht weniger.

    Wenn ich darin verhaftet bin mir ständig zu überlegen, ob ich als Christ indischstämmige körperliche oder gar spirituelle Übungen machen darf, dann ist der Misserfolg schon vorprogrammiert. Dann ist der Geist schon nicht mehr frei und verhaftet darin, sich mit einem nebensächlichen Problem zu beschäftigen. Für mich ergeben sich daraus zwei Möglichkeiten. Es kann sein, dass du das für dich lösen musst, weil dir deine eigenen Traditionen und Werte sonst im Weg stehen – dann ist diese Auseinandersetzung dein Weg. Yoga kann lehren solche Wege zu gehen und zeigt Möglichkeiten auf, wie man erkennt, welche individuellen Wege für den persönlichen Werdegang wichtig sind.

    Die zweite Möglichkeit ist eine Methode zu suchen, die für mich selber nicht im Widerstreit zu meinen Traditionen und/oder Glaubensüberzeugungen steht. Bleibe also letztlich bei dem stehen, was ich ohnehin schon kenne.

    Das fände ich schade. Denn jede sinnvolle spirituelle Praxis die ich kenne befreit den Geist und löst die Verhaftungen und Verblendungen die in mir selber liegen Stück für Stück auf. Niemand kann sagen, ob das irgendwann einmal zur Erleuchtung führt, ganz egal ob ich sie dann selber erlange oder über Gottes Gnade erfahre. Menschen auf der spirituellen Suche sind, sind sich meist sehr bewusst, wie weit sie eigentlich von der letzten Erfahrung (Gnade, Erleuchtung …) entfernt sind. Sie leben aber trotzdem ihren Weg. In tiefem Vertrauen darauf, dass er Sinn macht.

    Viele Grüße

    Bernd

  5. friedenberger, horst sagt:

    lieber bernd,

    gesundheitlich wünsche ich dir weitere fortschritte in richtung heilung.

    zum anderen anliegen:

    eine auseinandersetzung darüber suche ich nicht.

    es geht mir letztlich, jenseits allen nachdenkens darum, beim üben restlos im innersten aufgehoben zu sein. das ist wohl auch unser gemeinsames ziel. :-)

    viel freude auf dem weg wünscht
    horst

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