Nach mehreren E-Mails und einer kleinen Häufung des Suchwortes “Yoga Vidya Kritik” für dieses Blog in den letzten Tagen nur kurz eine Klarstellung.
Ich habe nichts mit Yoga Vidya zu tun. Meine Lehrer stehen zwar auch in der Tradition von Swami Sivananada, haben aber ihrerseits auch nichts mit Yoga Vidya zu tun. Selber habe ich klare weltanschauliche und religiöse Wurzeln im Westen und kann darum vielen Ritualen, die ihre hinduistischen Wurzeln nicht verleugnen können und wollen, nichts anfangen. Die alten Schriften des Yoga versuche ich zu studieren und zu übersetzten in diese Welt.
Vidya bedeutet so viel wie Wissen, Erkenntnis und ist ein hoher Anspruch mit dem ich zudem ein Problem habe. Mein Anspruch ist “Im Alltag leben”. Das ist eine andere Ebene die nicht den Anspruch hat, die Wahrheit zu kennen und macht große Freude. Hier gibt es keine Patentlösungen im Angebot, sondern ich versuche immer zu wiederholen, dass es um das Individuum, die ganz persönliche Situation geht und das dafür eine ebenso individuelle Lösung gefunden werden muss. Das ist nicht kompatibel zu einer auf Masse setzenden Organisation.
Yoga Vidya halte ich für ein Phänomen, dass aus der Yogalandschaft in Deutschland nicht wegzudenken ist. Yoga Vidya setzt viele Menschen in Bewegung und bringt viele Menschen mit Yoga in Berührung. Die verbreitete Spiritualität ist allerdings nicht meine und ich finde, dass das auch gut so ist.



Hallo Bernd,
ich habe mir mal Yoga Vidya näher angesehen und kann vor diesen Leuten nur warnen!
Die verkaufen sich nach außen hin “als spirituelle Gemeinschaft mit edlen Zielen”, aber das ist nur Fassade. In Wirklichkeit sind das Abzieher…
Gruß,
Oscar
Hallo Oscar,
ich habe aufgrund deines Kommentars meine eigenen Haltung noch einmal überdacht. Gerade in den letzten Jahren habe ich recht viel Kontakt zu Menschen, die bei Yoga Vidya Ausbildungen oder Weiterbildungen gemacht haben, habe aber keinen Kontakt zu den “inneren” Zirkeln. Viele schätzen Yoga Vidya, weil Kurse dort bezahlbar sind. Die tatsächliche Qualität kann ich nicht beurteilen.
Was in mir persönlich Unbehagen erzeugt ist die tatsächliche Allgegenwart von Yoga Vidya verbunden mit dem schon im Namen liegenden Absolutsheitsanspruch. Mit der nach außen dargestellten Spiritualität kann ich weiterhin nicht viel anfangen. Mein Verständnis von Yoga ist nicht an bestimmte Rituale gebunden.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
man braucht nicht umbedingt Kontakt zum “inneren Zirkel”, um die Masche von “Yoga Vidya” zu erkennen…
Es reicht vollkommen, wenn jeder Einzelne seinen Verstand einschaltet, und er wach und sensibel gegenüber diesen Leuten bleibt!
Und die “bezahlbaren Yoga-Kurse” sind nur der Einsteiger für Neue, richtig Geld wird gemacht mit den “Ausbildungen” und “Weiterbildungen”.
Wenn zum Beispiel eine “2-Jahres-Ausbildung” zum Yoga-Lehrer, bei “Yoga-Vidya” 3840 Euro kosten soll, dann finde ich, ist dies viel Geld!
Aber wenn mir auf Nachfragen niemand von “Yoga-Vidya” sagen kann, wie sich der Preis von 3840 Euro für die “2-Jahres-Ausbildung” genau zusammensetzt, dann finde ich, ist dies ganz schwach und zeigt den unseriösen Charakter von “Yoga-Vidya” deutlich auf !!!
Ganz abgesehen davon, werden viele Menschen bei “Yoga Vidya” einfach nur ausgenutzt, in dem sie dort für wenig Geld oder gar kein Geld arbeiten!
Mir ist ein Sachverhalt von einer Frau bekannt, die lange Zeit in der “Yoga-Vidya-Organisation” tätig war und die von “Yoga-Vidya” total ausgebeutet wurde (Zitat):
Hagen. Eigentlich dient Yoga der Entspannung – das Gebaren des bundesweit agierenden Vereins „Yoga Vidya” eignet sich eher zum Aufregen.
Dort arbeitete Angelika R. (55) aus Hagen unter dem hindu-göttlichen Namen „Saraswati” für 4,67 Euro die Stunde. Ein Fall für das Landesarbeitsgericht.
„Sukadev Bretz” ersann das „Yoga Vidya”, das seinen Anhängern „die Erfahrung des Unendlichen” bringen soll. Der Verein betreibt drei Seminarzentren, bietet jährlich über 1600 „ganzheitliche Kurse” an und ist durch Partner in über 50 deutschen Städten vertreten.
Angelika R. aus Eppenhausen ist eine beigeisterte Yoga-Anhängerin. Deshalb ließ sie sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden. 2006 entschied sie sich dann, in Horn-Bad Meinberg (Ostwestfalen) für den Verein „Yoga Vidya” zu arbeiten. Die Hagenerin nahm den spirituellen Namen „Saraswati” (nach der hinduistischen Göttin für Weisheit und Gelehrsamkeit) an und bezog ein Zimmerchen im „Ashram” der Yoga-Gemeinschaft.
Als „Teamleiterin für Zahlungsverkehr” hatte Angelika R. eine 42-Stunden-Woche, und mehr.
Doch: „Überstunden werden nicht erstattet”, heißt es dazu in den Vertragsklauseln des Vereins, „der Arbeitsvertrag bildet die Basis für ein einfaches Leben in einer spirituellen Gemeinschaft und erhebt keinen Anspruch auf einen Vertrag zu marktüblichen Bedingungen.” Fürwahr. Beim mickrigen Stundenlohn von 4,67 Euro könnte man es glatt „Schuften für Gotteslohn” nennen.
„Das ist grob sittenwidrig”, schimpft Anwalt Hans-Joachim Kirchhoff (Detmold) über das Vertragswerk des Yoga-Vidya-Vereins, den er, bei gut dreieinhalb Millionen Euro Umsatz im Jahr, als „gewinnorientierten Wirtschaftskonzern” einstuft.
Zum Eklat war es im Yoga- Vidya-Seminarhaus gekommen, als Angelika R. im Mai 2008 ein paar Tage Urlaub machte und in dieser Zeit ihren Mischlingshund Samy einer Yoga-Kollegin überließ. Die, wie sich erst im Nachhinein herausstellte, offenbar psychisch kranke Hundesitterin, muss das Tier dann schwer misshandelt haben: „Samy hatte Schwellungen am ganzen Körper, wirkte völlig apathisch. Eine Tierärztin attestierte, der Hund sei derbe verprügelt worden.”
Als Angelika R. einen Anwalt einschaltete, um die Tierquälerei in den eigenen Reihen aufzuklären, war sie für den Yoga-Verein schlagartig nicht mehr tragbar. Die Teamleiterin wurde fristlos an die frische Luft gesetzt. Yoga-Meister „Sukadev” Volker Bretz erklärt milde warum: „Weil große Angst vor einer Prozesslawine herrschte und interne Streitschlichtungsversuche keinen Erfolg brachten. Wir sind nun mal eine spirituelle Gemeinschaft.”
„Trotzdem gilt das Kündigungsschutzgesetz auch bei Ihnen”, hielt Vorsitzender Richter Günter Marschollek dem Yoga-Guru entgegen. Vor der 18. Kammer des Landesarbeitsgerichts in Hamm verpflichtete sich der Yoga-Vidya-Verein, 15 000 Euro Abfindung an seine ehemalige Beschäftigte zu zahlen.
Auf dem Gerichtsflur reagierte „Sukadev” Volker Bretz leicht gereizt, als Angelika R. noch Fragen von Journalisten beantwortete. Jetzt möge „Saraswati” doch bitte Frieden schließen.
Der Yoga-Vidya-Ersinner kennt sich im Thema aus. Von ihm stammt das Werk „Die Früchte negativer Gedanken.”
Soweit dieser Fall.
Ich denke, weitere Erörterungen erübrigen sich!
Gruß,
Oscar
Als Gründer und Leiter von Yoga Vidya möchte ich ein paar Anmerkungen machen zu dem oben Gesagten. Es macht mich immer wieder traurig, dass manche Menschen Vorbehalte gegen Yoga Vidya haben, oft vermutlich wegen seiner Größe, oft ohne Yoga Vidya zu kennen. Wir versuchen, wo immer wir können, darauf einzugehen, Vorbehalte auszuräumen. Wir bemühen uns sehr um Austausch mit anderen Yoga Übenden. Wir arbeiten zusammen mit anderen Yoga Verbänden. Wir laden in unsere Yoga Kongresse Referenten aus anderen Traditionen ein. Und wir freuen uns immer über Kritik – so können wir lernen. So gibt es bei unseren Seminaren eine ausgesprochene Feedback-Kultur. Unser Anliegen ist menschliche Kontakte zu pflegen. Durch Austausch können Menschen voneinander lernen. Unser Anliegen ist es, dass die spirituellen Menschen, Yoga Übenden und ökologischen Traditionen respektvoll miteinander umgehen. Es wäre schön, wenn unter spirituellen Menschen Friede herrschen könnte. Wo immer Menschen zusammen leben, passieren Fehler, menschelt es, werden menschliche Schwächen sichtbar. Natürlich auch bei den Mitarbeitern, Yogalehrern und ehrenamtlichen Mithelfern bei Yoga Vidya. Wer Yoga übt, will ja an sich arbeiten und erhebt nicht den Anspruch, irgendwo besonders weit zu sein. “Zen-Geist ist Anfänger-Geist”, sagte mal der Zen-Meister Suzuki und meinte damit, man soll immer neugierig sein, immer bereit sein, dazuzulernen. Das trifft auch auf den “Yoga-Geist” zu, meine ich.
Der zitierte Zeitungsartikel (hier im Blogkommentar ohne Quellenangabe) hat grobe Fehler und ist deshalb von der Zeitung längst vom Netz genommen worden. Leider wird er immer wieder im Internet zitiert. Hier nur zwei Beispiele von Fehlern im Artikel: (1) Ich habe kein Werk geschrieben mit dem Titel “Die Früchte negativer Gedanken”, auch kein Werk mit einem auch nur ähnlichen Titel. Daraus allein kann man die “Qualität” der journalistischen Recherche dieses Artikels sehen. (2) Wir wurden vom Landesarbeitsgericht zu nichts verpflichtet. Vielmehr haben wir uns mit der ehemaligen Mitarbeiterin gütlich geeinigt. Weitere Details möchte ich hier nicht aufzählen – der Fall liegt ja auch schon ein paar Jahre zurück.
Es tut mir leid, wenn Oscar keine kompetente Auskunft erhalten hat, wie sich der Preis der Yoga Vidya 2-Jahres-Ausbildung zusammensetzt. Normalerweise sollten solche Fragen per Telefon oder per Email richtig beantwortet werden. Ich möchte um Entschuldigung bitten, dass Oscar da keine kompetente Antwort erhalten hat. Wenn Oscar sich weiter dafür interessiert, würde ich mich über eine Email freuen (sukadev(at)yoga-vidya.de) . Und auf unseren Internetseiten sind diese Infos auch zu finden. Nur eines hier: Der Preis unserer Ausbildungen beinhaltet immer auch Unterkunft und Bio Vollwertverpflegung.
Ich freue mich über diesen Kommentar und Richtigstellung, da ich lange mit mir gehadert habe, ob ich den Beitrag von Oscar stehen lassen kann. Da ich davon ausgehe, dass jetzt jede Seite ihren gebührenden Raum gefunden hat, hoffe ich auf eine gewisse Ruhe in der Auseinandersetzung.