Achtsamkeit – Loslassen (7. Beitrag)

Der letzte Beitrag ging über Akzeptanz. Nun geht es über

Loslassen

Dazu gibt es eine bekannte Zen-Geschichte.

bachZwei Mönche sind auf Wanderschaft. An einem reißenden Fluss treffen sie eine junge, wunderschöne Frau, die sich nicht traut den Fluss zu überqueren.
Der eine Mönch hebt die Frau auf seine Schultern und trägt sie über den Fluss.
Sie wandern weiter und der zweite Mönch ist empört über das Vorgehen des anderen. Ihre Gelübte verbietet ihnen den Kontakt zu Frauen, ja selbst eine Berührung ist ihnen verboten.
Irgendwann, nachdem sie schon viele Kilometer gewandert sind, fasst sich der zweite Mönch ein Herz und spricht seinen Mitbruder darauf an:
„Hör zu, ich werde unserem Vorsteher berichten müssen, was Du getan hast.“
„Worüber redest Du?“, fragt der erste Mönch zurück.
„Über die wunderschöne junge Frau, die Du verbotenerweise nicht nur angerührt, sondern sogar über den Fluss getragen hast.“
„Oh ja“, sagte der erste Mönch. „Es stimmt, ich habe die Frau über den Fluss getragen und sie am andere Ufer abgesetzt. Aber mir scheint, Du trägst sie jetzt immer noch mit Dir herum.“

ketteFesthalten, an den Dingen zu sehr hängen, richtet unser Denken immer wieder auf die Dinge die schon vergangen sind. Das sind Dinge, die man jetzt nicht mehr ändern kann und eine Beschäftigung damit ist nutzlos. Sie bringt uns von der Gegenwart weg und damit auch aus der Achtsamkeit heraus.

Die Achtsamkeitsmeditation übt sich darin das Festhalten an den alten Gewohnheiten und den alten Verhaltensmuster zu beobachten. Das Ziel ist dabei diese Dinge loszulassen und ihnen den tatsächlichen Wert zuzuweisen und sich von seinen eigene Anhaftungen zu lösen.

Für mich hat die Übung des Loslassens einen sehr befreienden Effekt, weil ich dadurch unabhängig werde. Manchmal gelingt es sehr leicht, ein anderes Mal will das Loslassen nicht gelingen. Und so bleibt die Herausforderung der Übung bestehen.

fotos: YariK / aboutpixel.de; judigrafie / photocase.de
Alle Beiträge dieser Reihe:
Übersicht – 1 – Nicht-Beurteilen – 2 – Geduld – 3 – den Geist des Anfängers bewahren – 4 – Vertrauen – 5 – Nicht-Greifen – 6 – Akzeptanz – 7 – Loslassen


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