Lachen, Selbsthilfe und das freundliche Gesicht

„Jedesmal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu.“
(Curzio Malaparte, 1898-1957)

So ganz nach Lachen ist mir im Moment angesichts der Ereignisse in Japan und Libyen nicht immer zumute. Es ist jedenfalls nicht die Zeit der geistlosen Rumblödeleien. Aber auch nicht die Zeit in Sack und Asche zu gehen. Gerade jetzt kann ein Lächeln eine ganze Menge bewirken.

Heute nachmittag hatte ich in einer Reha-Klinik eine Veranstaltung, in dem ich Selbsthilfe bei chronischen Darmentzündungen (CED) vorgestellt habe. Diese Veranstaltungen sind immer sehr spannend, denn ich weiß nie, auf was für eine Gruppe ich treffe und es gilt immer das Eis zu brechen. Denn auch die Teilnehmer wissen nicht, was auf sie zukommt. Sie haben diese Veranstaltung in ihrem Behandlungsplan und erwarten meist, dass sie einen Vortrag bekommen. Bekommen sie auch – aber viel mehr ein Gespräch, dass sie einbezieht. Da muss man immer erst ein sinnvolles Gesprächsklima aufbauen.

Bei der allerersten dieser Veranstaltungen war ich wegen Staus zu spät. Und es war wie es kommen musste – diese erste Veranstaltung war eine Katastrophe. Mein Vortrag (obwohl gut vorbereitet) war zusammengestottert, ein Gespräch kam nicht zustande. Ein Arzt aus dem Haus, der die erste Veranstaltung begleitet hatte (man wollte ja sehen, wen man da so einge“kauft“ hatte), trötete mich nur schwach in dem er darauf hinwies, dass die Gruppe schwierig zusammengesetzt war. Mag sein. Aber es geht besser und ich bin sicher auch mit dieser Gruppe hätte es besser gehen können. Bei den Nachfolgeveranstaltungen war ich pünktlich und habe vor Beginn ganz bewusst das freundliche Gesicht geübt. Noch im Auto – und siehe da. Seitdem klappt es mit den Gruppen.

Warum, kann man gleich selber ausprobieren:

Das Video ist durchaus schon älter und ich habe es auch schon mal geblogged.

Es ist immer wieder verblüffend. Die kleine Übung verändert die eigene Stimmung. Macht positiver. Und sie überträgt sich auf die Gruppenteilnehmer. Vielleicht ist mein freundliches Gesicht nicht ganz so ansteckend, wie das Babylachen im YouTube-Filmchen. Aber es reicht aus, ein sinnvolles Klima zu erzeugen.

Darum lohnt es sich, das freundliche Gesicht zu üben.

Also gleich Lachyoga?. Hier bin ich nicht ganz überzeugt. Genau so gut wie ich weiß, dass das freundliche Gesicht hilft, genau weiß ich aber auch, dass man das Prinzip überfordern kann. Ich habe Lachyoga auch erlebt als Zwang fröhlich zu sein. Das halte ich nicht für förderlich, weil es mich von meinen Gefühlen eher wegbringt. Dann bin ich nicht authentisch. Die Gefahr ist beim freundlichen Gesicht sehr viel geringer. Und wenn ein ehrliches, tief von innen kommendes Lachen daraus wird, ist das um so besser. Vielleicht – nein, ganz sicher! – hat Malaparte im Eingangszitat zu diesem Beitrag recht. Lachen verlängert das Leben! Und falls nicht, war jede Sekunde ehrlichen Lachens mehr wert als ein Tag des Lebens ohne dieses Lachen.

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