Kinder-Yoga aus der Kirche verbannt

kinder-yogaEs passiert offensichtlich häufiger, dass Yogagruppen in Kirchenräumen nicht willkommen sind. Die Ticker berichteten die Tage über einen kurzen Beitrag in der Lancashire Evening Post „Baby yoga banned„. „Das spirituelle Leben der Menschen wird durch Yoga eindeutig beeinträchtigt, und das auf eine Art und Weise, die nicht zur christlichen Gesinnung passt.“ So wird jedenfalls der zuständige Pfarrer zur Begründung zitiert.

Yoga ist in erster Linie auf eine alte indische Philosophie gründende Lebenseinstellung. Es geht im Yoga immer um das Selbst, das zur Ruhe kommen des Geistes in dem sich die Unterschiede zwischen dem Ich und dem was mich umgibt auflösen. Einige Menschen sagen auch, dass man auf den göttlichen Kern in sich selber trifft. Nichts anderes wird auch von christlichen Mystikern erfahren.

buddhistische-moencheDer Kern von Yoga ist tatsächlich nicht frei nicht von einem Erfahren einer göttlichen Instanz, aber frei von einem bestimmten Gottesglauben. Weshalb Yoga von allen Menschen, gleich welchen Glaubens, praktiziert werden kann. Ich will nicht bestreiten, dass es Yogaschulen gibt, die durchaus (pseudo)religiöse Ansprüche haben und Yoga in einer (pseudo?)hinduistisch/religiösen Tradition betreiben. Für die meisten Yogatreibenden dürfte das nicht zutreffen.

In einem ähnlichen Zusammenhang habe ich einmal Leopoldo Chariarse zitiert:

Yoga ist keine moralisch-religiöse Konstruktion, sondern ein System, welches durch fortschreitende Reinigung des Geistes und des physischen Körper die Voraussetzungen für innere Ruhe, Selbstdisziplin, Selbstverantwortung und Befreiung von psychosozialen Zwängen schafft. (“Wegweiser zur Quelle“).

freiheitYoga macht tatsächlich im Geiste frei, etwa anderes meint die Befreiung von psychosozialen Zwängen nicht. Wenn damit Religionsgemeinschaften Probleme haben, dann sollte sich diese Gemeinschaft fragen, auf welchen Grundlagen sie beruht. Dann ist es kein Problem von Yoga, sondern ein Problem dieser Religion.

„Meine“ Kirche scheint die Probleme nicht zu haben, weshalb ich weiter in den Gemeinderäumen Kurse in Yoga halten darf. Ich sehe jedenfalls keine Konkurenz zwischen Yoga und christlichem Leben. Und wenn man sieht wie dieser Schweizer Franziskanerpater seine ganz persönliche Brücke zwischen franziskanisch-christlicher Spiritualität und Yogapraxis schlägt, verstehe ich die Ressentiments einiger christlicher Kreise gegen Yoga noch viel weniger.

fotos: djsulivan / pixelio.de; theforceismine / photocase.de; Alberto Brandi / fotolia.com


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  1. hmm … und was will uns das sagen? Übrigens jeder Mensch sein Wissen für sich selbst immer wieder neu erlernen und erfahren. Chakrasana muss also tatsächlich immer wieder neu erfahren werden. Und warum ein neues Wiki, wenn doch alles Wissen, was dort seht, schon mal irgendwo aufgeschrieben worden ist 😉

  2. gehen die Infos weiter, wo? Jeder recherchiert wieder neu… chakrasana wird immer wieder erfunden, danke.

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