Alles kostenlos hier – lernen und lehren im Yoga

gemeinschafts-netzHeute bin ich zufällig auf eine Community gestoßen, in der hauptsächlich stark an Yoga interessierte Menschen aktiv sind. Sozusagen ein Gewimmel von Yogalehrern 🙂 auf yogapad.de. So ganz bin ich dort noch nicht angekommen, aber ich möchte mich dort mal eine Weile umsehen. Vielleicht finde ich ja Gefallen daran.

Eine Anmerkung dort von Druga – Heike Symes hat mir erst ein Schmunzeln, dann aber tiefe Nachdenklichkeit gebracht. Denn sie wundert sich, dass hier alles kostenlos ist. Es sind immerhin über 600 Beiträge hier auf dem Blog und noch mal ca. 40 längere Beiträge, wenn die eigentliche Homepage wieder in der alten Form wieder entstanden ist. Je länger ich blogge, desto mehr eigene Beiträge erscheinen auch hier im Blog. Natürlich inspiriert aus Büchern, anderen Blogs, Gesprächen im „normalen“ Leben wie auch im Netz (wie dieser Beitrag). Aber auch hinter diesen inspirierten Beiträgen steht immer der Versuch das alles in einen größeren Rahmen – also meinen eigenen Yoga – einzubinden.

Alltags-BlumeAlso, warum ist das Blog „kostenlos“? Eine rein technische Erklärung kann etwa darin liegen, wie ich es die Tage schon angemerkt habe. Die Menschen, die meine Kurse besuchen, lesen dieses Blog nicht und umgekehrt kommen meine Kursteilnehmer nicht über das Netz zu mir. Das bedauere ich zwar, aber ich unterrichte einfach zu lokal. Aber ganz so profan wirtschaftlich ist die Sache natürlich auch nicht.

Das Blog entsteht aus der eigenen Auseinandersetzung unter anderem mit yogischen Themen und ist somit ein Teil meines eigenen Yogaweges. Das wird mir immer deutlicher und vor allem in den Pausen, in denen ich es nicht schaffe, das Blog zu „füttern“ vermisse ich diesen Aspekt des Bloggens ganz besonders. Wenn ich die Zeit und die Ressourcen habe, blogge ich. Das ist mir ein Bedürfnis. Es mag sich irgend wann einmal ändern, aber im Moment ist es so.

sparschweinIch nenne mich auch Entspannungs- und Yogalehrer. Nicht als Brotberuf, aber mit Unterricht erwirtschafte ich tatsächlich etwas Geld (und gebe es für eigenen Unterricht auch gleich wieder aus). Also grabe ich mir hier gerade meine eigenen Verdienstmöglichkeiten ab? Sicher nicht. Wenn es so wäre müsste ich aufhören zu bloggen, da auch ich wirtschaftlich denken muss, schon aus Verantwortung gegenüber der Familie.

vertrauenDer Unterscheid zwischen diesem Blog und dem was Unterricht ist, für den ich tatsächlich auch eine Bezahlung erwarte, liegt in der Auffassung dessen, was Lernen und Unterrichten im Yoga für mich bedeutet. Denn dafür ist eine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler notwendig. Im Unterricht übernehme ich ein Stück Verantwortung für meine Schüler. Ich gebe das weiter, was ich von meiner Lehrerin gelernt und über Erfahrung und eigenes Studium erweitert habe. Für meine eigenen Schüler muss ich das anpassen, ihren Bedürfnissen und meinen eigenen und ihren Fähigkeiten entsprechend modifizieren. Jeder Unterricht lebt von Geben und Annehmen. Es ist eine Beziehung in der Wissen und Praktiken individuell weiter gegeben werden.

Selbst wenn es eine Stunde „nur“ mit Körperübungen mit einer Gruppe sind, so muss vor der Stunde geklärt werden, wie die Befindlichkeit der Teilnehmer ist. Und wenn, wie heute geschehen ein Teilnehmer große Probleme mit dem Kreislauf hat, – wie soll es bei dem schwül-warmen Wetter anders sein – dann muss das Programm dem Rechnung tragen. Ich unterrichte kaum feste „Reihen“, aber ein bestimmter Kurs oder ein Schüler entwickelt sein eigenes „Programm“. Natürlich von mir geprägt, aber es ist nie alleine von mir vorgegeben.

schoene-blumenDiese besondere Beziehung des Geben und Nehmens entsteht auf diesem Blog nicht. Hier übernehme ich keine Verantwortung, ich lehre nicht. Jeder, der hier liest, ist auf sich selbst gestellt. Es gibt keinen Einfluss darauf, was hier jeder lernt und mitnimmt. Es gibt hier keine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler … darum ist hier alles kostenlos, ist auch gut so 🙂

fotos: Stephanie Hofschlaeger, Daniel Gast / pixelio.de; bruno / aboutpixel.de; mad max / pixelio.de

3 thoughts on “Alles kostenlos hier – lernen und lehren im Yoga

  1. Pingback: “Im Alltag leben” - Blog » Blog Archive » Wenn noch ein paar Stunden Zeit in den Ästen hĂ€ngen bleiben …

  2. Hallo zentao,

    in aller Unbescheidenheit denke ich tatsächlich, dass ich hier durchaus etwas gebe. Freiwillig und weil es mir Freude macht. Und so wie ich auch von anderen Blogs, Büchern oder sonstigen Angeboten lerne, denke ich auch, dass andere Menschen ihre Inspirationen auch hier holen und nehmen. Das ist sogar gewünscht, denn ich glaube, dass ich das auch in der einen oder anderen Weise zurück bekomme. Bei Kommentaren sogar sehr deutlich. Danke also dafür.

    Nur – und da ist der Unterschied – greife ich nicht aktiv ein in diesen Prozess deines Lernens. Wir beide machen nichts aus wie wir unser Verhältnis hier gestalten. Wir haben keinen „Vertrag“ miteinander. Das, was ich in meinen Beiträgen schreibe ist nicht auf Dich zugeschnitten denn es entspricht meinen Bedürfnissen. Wenn es für Dich auch passt, dann ist das sehr schön und ich freue mich sehr darüber. Aber diese Freude stelle ich Dir nicht in irgend einer Rechnung. Es ist unser – in dem Fall tatsächlich beiderseitiges Vergnügen – im Blog des jeweils anderen lesen zu dürfen.

    Die Rolle des Lehrers nehme ich dann ein, wenn wir wie auch immer so einen „Vertrag“ schließen. Dann erwarte ich auch eine Gegenleistung, weil ich in dieser Welt auch wirtschaftlich überleben muss und meine Zeit eben auch dem Broterwerb dient.

    Das ist immer ein Spannungsfeld. Gerne würde ich es biblisch halten (ich empfehle Lukas 12, 22ff. z.B. hier: http://www.bibleserver.com) und völlig darauf verzichten für irgend etwas Geld zu nehmen. Aber ich halte es für notwendig Miete und Sozialkosten tragen zu können 😉

    Viele Grüße

    Bernd

  3. Ich bin mit Dir nicht ganz einverstanden,Du gibst doch sehr viel in deinem Blog. Ich für meinen Teil habe von Dir schon sehr viel über Yoga gelernt und kann mir immer wieder Inspiration für mein Zen bei Dir holen, und dafür danke ich Dir. Einen Spirituellen Weg geht man ja nicht für andere, sondern nur für sich. Dein Blog ist ja auch ein wenig, ein Lebenshilfeblog. Ich bin überzeugt Dein Blog ist bei Deinen Lesern sehr beliebt.Wenn ich meine Tour de Bloglines mache ist Dein Blog immer der erste den ich besuche.
    Liebe Grüsse zentao

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