Sommersonnenwende

Heute ist der längste Tag des Jahres.

strasse-im-regenWas tue ich an diesem Tag? Ok, jetzt nicht rausgehen, denn es regnet geradezu in Strömen. Und die Arbeit bleibt auch am längsten Tag irgendwie gleich. Also versinken in Routine und sich eine kleine Sommersonnenwendendepri leisten – das Grillen heute abend dürfte ja ohnehin in den Wasserfluten versinken?

Da macht mich Ralf von Magic Tao mit einer Überschrift neugierig: Was immer hilft. Und dort finde ich:

Dein Widerstand gegenüber bestimmten Dingen beruht meistens drauf, etwas Bestimmtes nicht erfahren zu wollen. Wirkungsvolle Heilmittel sind Interesse und Aufmerksamkeit.

Und wenn ich jetzt meine Umgebung beobachte und die Geräusche höre, dann spüre ich den Widerstand gegen den prasselnden Regen, gegen die Routine die darauf wartet, endlich abgearbeitet zu werden. Ganz aufmerksam versuche ich die Widerstände zu spüren.

Und gerade läßt der Regen etwas nach und ein Amsel-Hähnchen nutzt die Pause und läßt seinen Ruf hören. Andere Vögel folgen. So ganz scheint der Tag also nicht zu versinken, es ist nun mal der längste in diesem Jahr …

foto: Judith Armbruster / pixelio.de

3 thoughts on “Sommersonnenwende

  1. Moin Claudia, später am Nachmittag war ich dann auch tatsächlich im Regen draußen … und habe es genossen 🙂

    Netterweise habe ich dann u.a. zur Belustigung der Nachbarschaft im Regen Kübelpflanzen gegossen … und andere vor dem Absaufen gerettet. Zuviel und zuwenig liegen oft nahe beieinander. Ein Standoft nahe bei oder weit von der Wand entfernt entscheidet hier viel.

    Was die Freiheit im Yoga angeht, sind wir uns wohl im Grundsatz einig. Yoga führt in die Freiheit der Entscheidung, weil uns Yoga anleitet die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Also auch frei von unseren Wunschgedanken, frei von unseren Ansprüchen und Selbsttäuschungen. Wenn das funktioniert, dann haben wir die wirkliche Freiheit zu entscheiden, was wir tun.

    Eine Ahnung dieser Freiheit kann man aber üben. Und da kommt für mich tatsächlich die Entspannung ins Spiel. Denn wenn ich nur schon ruhig an die Dinge herangehen, bin ich in meinen Entscheidungen sehr viel souveräner und freier als wenn ich mich hektisch und durch die Vielzahl der Anforderungen – vulgo „Stress“ – „fremd“bestimmt an die Dinge begebe. Natürlich ist „nur“ Entspannung nicht schon die wirkliche Freiheit, sondern nur die erse Ahnung davon. Aber eben etwas erfahrbares.

    Das schöne am Kern der Yogaphilosophie ist in meinen Augen nämlich: Die Aussagen sind erfahrbar. Nicht theoretische Konstrukte, sondern erlebbar, wenn man sich darum bemüht. So wie die Fahrt in den Urlaub mit dem ersten Kilometer Autobahn, dem Öffnen der Autotür, dem Beladen des Kofferraums, dem Packen der Taschen … ja sogar schon mit dem ersten konkreten Plan … beginnt und erlebbar ist.

    In den meisten Dingen bin ich noch dabei zu planen, hin und wieder habe ich vielleicht sogar schon eine Socke in die Tasche geschmissen und bin sicher noch weit davon entfernt auf der Autobahn zu sein. Bis zur echten Freiheit ist wohl noch weit.
    Liebe Grüße

    Bernd

  2. Ich war heut im prasselnden Regen unterwegs und stellte fest, dass das richtig angenehm sein kann, wenn es nicht KALT, sondern so tropisch warm ist, wie der Regen heute war.

    „Widerstand gegenüber bestimmten Dingen beruht meistens drauf, etwas Bestimmtes nicht erfahren zu wollen.“

    Himmel, mit Verlaub: eine Plattheit! Widerstand IST „etwas Bestimmtes nicht erfahren wollen“ – na klar, was denn sonst?

    „Wirkungsvolle Heilmittel sind Interesse und Aufmerksamkeit.“

    ERST kommt die Entscheidung, ob ich einen Widerstand überhaupt HEILEN, bzw. aufgeben will. Wenn ja, habe ich natürlicherweise INTERESSE und wende meine Aufmerksamkeit dem Geschehen zu.

    Will ich das nicht, muss ich konsequent sein und meine Aufmerksamkeit komplett vom Schauplatz des Geschehens abziehen, denn ich habe ja kein Interesse an ihm.

    Aufmerksamkeit beliebig zuwenden und abziehen – das lehrt Yoga, wenn es nicht als SPORT oder bloße Entspannungsübung geübt wird.

    Stellt Euch vor, man wäre darin perfekt: Welche Freiheit!

    Lieben Gruß

    Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.