Eine kleine Übung: Neues in Altem sehen

Heute fange ich nach langer Pause wieder an zu unterrichten und es ist mir unklar, wie sich das anfühlt. Ist es eher ein Wiederkehren, so wie man an einen gut bekannten Ort zurückkehrt? Oder ist es etwas Neues, etwas, was noch nicht da war?

Ich vermute, es wird etwas von beidem haben. Die bekannten Gesichter sehen und sich darüber freuen wieder gemeinsam praktizieren zu können. Aber es wird auch Neues da sein. Nicht nur ein paar neue Übungen. Sondern auch neue Begegnungen mit bekannten Menschen. Das ist meine Yogaübung heute, meine stille Praxis: Neues sehen in alten(/m) Bekannten.

So eine Praxis – so einfach sie zu sein scheint – ist wichtig. Sie erneuert z.B. die Wertschätzung, die man den Dingen entgegen bringt. Bei Ralph Skuban, der einen Kommentar zu den Yoga-Sutra geschrieben hat, las ich die Tage: „Eigentlich genügt ein kurzer Blich in die geschundene Welt von heute, um zu erkennen, dass sie nichts nötiger hätte, als geachtet, geschützt und mit Wertschätzung bedacht zu werden. Die Spezies Mensch ist jeder Kreatur, einschließlich sich selbst, zum ärgsten Feind geworden.“

Die kleine Übung zu versuchen das Neue in dem schon lange Bekannten zu sehen, kann hier helfen (wieder) zu der Wertschätzung zu kommen, die mein Umfeld, meine Welt, so dringend braucht.

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