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Komische Frage?
Wie auch immer, sie beschäftigt mich im Moment. Denn ich werde mehr oder weniger zufällig zum Vegetarier – oder ist es doch kein Zufall?

 © peepe - <a href="http://www.pixelio.de">pixelio.de</a>Es hat eine Zeit gegeben, da habe ich wegen meiner chronischen Darmentzündung viele Nahrungsexpterimente gemacht. Eine ganze Zeit habe ich nach Lutz – Leben ohne Brot gelebt. Das ist eine kohlenhydratarme Diät, die ohne einen erheblichen Anteil an Fleisch kaum realisierbar ist. Um es kurz zu machen. Die Diät hat meinen Morbus Crohn wenig beeindruckt, mir dafür aber innerhalb eines dreiviertel Jahres zweimal Nierensteine beschert. Das war vor vielen Jahren. In der Zeit bin ich immer mehr auf eine gemischte Ernährung gekommen.

Ob es vom Yoga kommt oder wie auch immer es passiert ist. Der Fleischanteil in meinem Essen ging immer mehr zurück. Seit etwa anderthalb Jahren melde ich mich auf Wochenendveranstaltungen grundsätzlich als Vegetarier an. Weniger, weil ich kein Fleisch mag, sondern weil das vegetarische Essen in den meist eher weniger luxuriösen Seminarhotels oft die genießbarere Option ist – reine Erfahrungstatsache.

Zuhause gab es immer weniger Fleisch. Verzichten mochte ich eigentlich nicht, aber es widerstrebte mir immer, wenn ich in den Auslagen der Supermärkte Schweinefleisch zu einem Preis sah, der gefühlt unter dem des Saisongemüses liegt. In der letzten Fastenzeit sind meine Töchter und ich eher zufällig auf die Idee gekommen die vorösterliche Zeit komplett fleischlos zu gestalten. Das ging wunderbar und es inspiriert die Kochfähigkeiten ungemein, wenn man jeden Tag etwas Neues ohne Fleisch auf den Tisch bringen muss. Zu Ostern gab es dann die bei uns schon fast traditionelle Lammkeule. So richtig kam die aber gar nicht mehr an. Die Töchter haben dann für sich beschlossen ab jetzt nur vegetarisch zu essen und ich ziehe mit (Kunststück … ich koche die meisten Mahlzeiten in der Familie).

Ich vermisse eigentlich gar nichts. Ganz im Gegenteil. Jetzt bekomme ich mit, dass ich Fleisch gar nicht so gut vertrage. Da ich nie öffentlich gesagt habe “ich bin Vegetarier!” habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten durchaus Fleisch gegessen. Z.B. bei Geschäftsessen oder Familienfeiern. Das Ergebnis war durchschlagend. Schweinefleisch macht mir sofort Durchfall – was ich vorher nie bemerkt habe. Bei anderen Fleischsorten bin ich mir mangels mehr Erfahrungswerte nicht sicher.

foto: © scata - fotolia.com

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Ich denke, es bleibt dabei. Ob ich wirklich “echter” Vegetarier werde, kann ich nicht sagen. Mein Körper kann operationsbedingt viele Stoffe nicht gut aufnehmen (fettlösliche Vitamine, Vitamin B12), die eher in Fleisch und Fleischprodukte zu finden sind. Aber mit der derzeitigen Situation bin ich ganz zufrieden. Fleisch gibt es nur als Ausnahme, die entsprechend bewusst genossen werden kann. Es fühlt sich richtig an, kaum Fleisch zu essen. Und man kann offenbar fast unbemerkt in diese Richtung gehen, ohne den Weg ganz bewusst angefangen zu haben.

fotos: peepe – pixelio.de / © scata – Fotolia.com

5 Antworten zu “Merkt man, wenn man Vegetarier wird?”

  1. on 16.09.2009 um 09:38 gabaretha

    Lieber Bernd,
    zunächst einmal möchte ich Dir sagen, wie sehr ich mich freue, dass Du “wieder da” bist. Ich habe Deine Gedanken vermisst.
    Zum Thema Vegetarier habe ich natürlich auch meine Meinung. Jeder Mensch ist verschieden – und ebenso verschieden ist auch die Reaktion auf die unterschiedlichen Nahrungs- oder Genussmittel.
    Sehr häufig wird nachgeplappert oder verallgemeinert, anstatt auf die innere Stimme zu hören. Ich habe vor etwa 12 Jahren mal einige Wochen “ausprobiert” wie es sich anfühlt kein Fleisch oder Wurst zu essen – und bin dabei geblieben. Seither fühle ich mich kräftiger und habe mehr Energie.Allerdings esse ich auch Fisch, Eier und Milchprodukte (bin also kein Veganer).
    Andererseits kenne ich Menschen, die sehr gut mit dem Verzehr von Fleisch leben und darauf nicht verzichten wollen (oder gar können).
    Meine Meinung: Alles was in Maßen verzehrt oder genossen wird ist ok.
    Für die Entscheidung was ich zu mir nehmen oder besser weglassen möchte, höre ich auf mein Bauchgefühl und innere Stimme.
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag mit viel Genuss und Wohlgefühl.
    Besser und besser,
    Gaba

  2. on 16.09.2009 um 11:27 Bernd Franzen

    Hallo Gaba, es fühlt sich tatsächlich auch richtig an, wieder bloggen zu können und auch den Kontakt zu dieser Welt hier zurück zu bekommen.

    Das mit dem Bauchgefühl, dass einem richtig sagt, was man jetzt zu sich nehmen sollte, ist so eine Sache. Es hängt davon ab, zu wieviel tatsächlich korrekter Wahrnehmung man fähig ist. Das große Thema des Yoga eben: Wie nehme ich mich völlig frei von äußeren Einflüssen tatsächlich echt wahr?

    Am Wochenende war ich auf einer Veranstaltung mit chronisch darmkranken Menschen. Ich kenne keine Seminarveranstaltungen auf denen mehr Süßwaren vertilgt werden wie ausgerechnet auf diesen. Das ist teilweise sehr extrem. Es gibt Gründe dafür, warum das so ist, aber langfristig ist das nicht gesund, wird aber nicht wahrgenommen … und führt darum auch nicht zu Verhaltensänderungen.

    Wenn man an der eigenen Entwicklung arbeitet, kommt Baustein für Baustein zusammen. Der Blick für die eigenen Bedürfnisse weitet sich mit der Entwicklung und wenn die Zeit für einen bestimmten Entwicklungsschritt reif ist, passiert der auch – und kann sich auch wieder ändern.

    Ich versuche aus der eigenen Erfahrung heraus aus meinem Essen kein Dogma zu machen, erlebe aber, wie es sich (im Moment!) in eine Richtung entwickelt, die sinnvoller ist als das was ich vorher gemacht habe. Ohne dabei an Genuss zu verlieren. Ganz im Gegenteil mehrt sich sogar die Lust und Freude am Essen. Und das, obwohl ich mein Ernährungssündenregister verkleinere ;-)

    Viele Grüße

    Bernd

  3. on 25.09.2009 um 08:23 isabelle

    Ich glaube, dass man merkt. Im Prinzip kann ich kein Fleisch essen. Eigentlich mag ich kein Fleisch. Vegetarier bin ich aber auch noch nicht…kompliziert :)

  4. on 11.11.2009 um 12:18 Ingo

    Hallo,
    ich habe vegetarisches Essen eigentlich immer als nicht naturgegeben verurteilt. Dann fiel mir das Buch “Wir fressen uns zu Tode” in die Hände.
    Was soll ich sagen, die Ärztin/Autorin hat mich überzeugt. Der Körper ist bei artgerechter Ernährung in der Lage wichtige Vitamine und andere Stoffe (bin kein Experte) selbst herzustellen. Ißt man zu viel Fleisch wird diese Tätigkeit vom Körper eingestellt und das Verdauungssystem läuft anscheinend “falsch”. Die Gesundheit soll bei “richtiger Ernährung” viel robuster sein und auch eine Art Selbstheilung ist möglich.
    Ich bin nun weder Krank noch Fettleibig, trotzdem hat mich das Buch überzeugt. Seit 2 Wochen esse ich kein Fleisch mehr. Am Anfang hat mein Magen etwas zu viel Gas produziert aber jetzt ist es ok, Appetit auf Süßes ist fast weg, anstatt dessen Weintrauben oder Äpfel und schon 7Kg runter- das wird noch was mit Six Pack.

    Gruß Ingo

  5. on 24.03.2010 um 10:08 Alli

    Hallo,

    ich esse Fleisch, wenn auch nur vom Metzger und sehr wenig, aber ich ringe immer wieder und schon seit Jahren mit dem Gedanken, es zu unterlassen. Den Tieren zuliebe und der Tatsache wegen, dass ich auch vermute (entgegen dem Gefühl, das ich manchmal habe, das eher dafür spricht, dass ich jetzt mal wieder ein bisschen Fleisch vertragen könnte), dass wir es nicht brauchen. Ich kann mir schon vorstellen, dass in Pflanzen mehr Energie steckt, ob es nun daran liegt, dass Tiere ihre bereits selbst angebraucht haben – ich weiß es nicht. Aber es ist nicht gerecht, Tiere zu züchten, um sie dann zu essen, wenn man es nicht zwingend müsste – zumindest nicht auf eine quälende Art und Weise. Als Jäger und Sammler fügen wir uns in den Lauf des Ökosystems ein, nicht aber als permanente Felischfresser, die es in sich hineinstopfen, ohne es zu schätzen. Das ist eine ethische Frage, die sich auf die Bekömmlichkeit auswirkt, finde ich.

    Alli

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