Ein Jahr im Vorstand der DCCV

Jetzt am Wochenende ist Jahrestagung und Mitgliederversammlung der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV. Vor einem Jahr bin ich in den Vorstand dieses Verbandes der Gesundheitsselbsthilfe gekommen. Zeit darüber zu sinnieren, was das gebracht hat.

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hier mehr Infos zu dieser Menschengruppe 😉

Also, was hat es gebracht, in dieses Gremium zu gehen? Natürlich, viel Arbeit. Die DCCV gehört zu den 10 größten Patientenvereinigungen in Deutschland mit derzeit ca. 19.000 Mitgliedern privatpatientund hat sich in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt. Die Spannbreite des Verbandes geht von Beratung für die Betroffenen über Information bis hin zum Begleiten bei sozialrechtlichen Problemen, Forschungsförderung und nicht zuletzt und in Zukunft immer mehr auch politische Einflussnahme. Die Zweiklassenmedizin ist schon lange Realität und es geht darum auch den chronisch kranken Menschen gute Chancen zu erhalten bzw. zu verbessern.

Kurz nach meiner Wahl habe ich über Wirkung und Wirksamkeit sinniert. Ja, man kann in so einem Vorstand etwas bewirken, aber nur in Zusammenarbeit mit den anderen Menschen im Vorstand und auch den hauptamtlichen Mitarbeitern, die auch die Hauptlast der täglichen Arbeit leisten. Die Rolle ist die des Ideengebers und ein paar der Ideen, die ich vor der Wahl hatte, sind tatsächlich auf dem Weg. Eine „Patientenakademie“ als Schulungsort für Menschen die mehr über den Themenkomplex chronische Darmerkrankungen wissen wollen hat die erste Proberunde (= Seminar) hinter sich. Alle Teilnehmer habe sich schon für die zweite Runde gemeldet und wollen sich zu Betroffenenberater weiterbilden.

globuliEin Ressort „Komplementärmedizin“ ist entstanden. Ein Arbeitskreis der sich komplementären medizinischen Methoden widmet ist entstanden, zwei bundesweite Veranstaltungen zum Thema werden im kommenden Winter stattfinden (bei Stuttgart und in Essen).

Zu meinen Aufgaben gehört auch die Betreuung der eigenen Ehrenamtlichen. Auch nicht alleine, sondern im Team. Hier steckt in einem bundesweiten Verband mit angeschlossenen Landesgruppen viel Arbeit. Es sind in dem Zusammenhang Entscheidungen zu treffen, die teilweise durchaus hart erscheinen mögen, wenn man z.B. jemanden sagen muss, dass er oder sie für eine ganz bestimmt Arbeit nicht geeignet ist. So etwas kommt nicht häufig vor, aber es beschäftigt schon. Ehrenamtliche Arbeit ist immer mit großem Engagement verbunden – völlig ohne Bezahlung. Da fällt es doppelt schwer. Positive Erlebnisse und gute Kontakte überwiegen aber derart, dass es wirklich große Freude macht.

Die entscheidende Erfahrung ist aber: Man kann alleine nichts erreichen. In so einem Verband mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern sind alle aufeinander angewiesen. Er funktioniert nicht mit „Anweisungen“ wie man das aus der Arbeitswelt so kennt (und wo es auch nicht sonderlich gut funktioniert), sondern nur durch Überzeugen.

baustelle-helmAlso, was hat es gebracht? Ich habe ein paar Projekte anstoßen können, andere Dinge hinken noch hinterher, ein paar Baustellen haben zwar schon Baustellenschilder, aber noch ist nichts auf dem Weg. Es gibt also Wirkungen, die Wirksamkeit, auch im Sinne von langfristiger Wirksamkeit muss sich noch zeigen. Ohne die anderen ehren- und hauptamtlichen Mitstreiter geht allerdings gar nichts. Und das – finde ich – ist die schönste Erkenntnis.

fotos: dccv.de; Gerd Altmann(geralt), Dr. Leonora Schwarz, Jutta Nowack / pixelio.de;

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