Die Stille nach dem Hören – das Nachspüren in der Entspannung

Die Stille nach dem Hören – Meditation mit Musik“ heißt ein Radiobeitrag, den ich gerade bei WDR 5 gehört habe und der mich zu diesem Beitrag animiert hat.

hörenMusik ist für die meisten Menschen immer gegenwärtig. Das Radio läuft oft im Hintergrund, zuhause, im Auto und selbst im Kaufhaus gibt Musik einen Hintergrund. Mobile mp3-Player über Kopfhörer und neuerdings immer häufiger mehr oder weniger laut plärrende multifunktionale Mobiltelefone sorgen dafür, dass kaum noch ein öffentlicher Lebensbereich musikfrei ist.

Hin und wieder genervt von der Allgegenwart von öffentlicher Musik die nicht nur mit „Lärm verbunden“ ist, sondern auch all zu häufig meinen persönlichen Geschmack verfehlt, vergesse ich oft, welche Kraft in der Musik liegt.

Wenn wir Musik nicht nur als Hintergrundteppich, sondern ganz bewußt etwa in einem Konzert hören haben, haben die meisten Menschen wohl schon die Erfahrung gemacht, dass Musik sie anrührt. Ob Klassik oder Hip Hop, gregorianischer Choral oder volkstümliche Musik. Völlig egal welche Musik man persönlich mag, sie läßt nicht kalt. Natürlich haben unterschiedliche Musiken unterschiedlichen „Wirkungen“, aber sie haben eine Wirkung.

Und dann höre ich in dem Radiobeitrag den Satz: Der kostbarste Augenblick ist die Stille nach dem Hören.

Scheinbar wird unsere Alltagserfahrung von der Wirkung der Musik auf den Kopf gestellt. Im Konzert applaudieren wir nach der Musik und im Alltag wenden wir uns nach dem Hören wieder unserer normalen Tätigkeit zu. Uns reicht, was wir beim Hören erlebt und gefühlt haben – und verpassen dabei etwas ganz entscheidendes. Das Nachfühlen und Nachspüren. Und darauf hat mich dieser Beitrag wieder neu aufmerksam gemacht.

kreis-nach-innenIn der Entspannung und auch in der Yoga-Praxis gehört zu jeder aktiven Übung immer auch die Phase des Nachspürens. Im Yoga wird dazu oft Shavasan, die Totenstellung praktiziert. Viele Lehrer sagen, dass sich die Wirkung einer Übung erst in dieser Phase entfaltet und das was in der Übung (oder wie hier im Hören) in einem passiert wird jetzt bewußt. Nur was bewußt geworden ist hat die beste Chance auch dauerhaft zu „wirken“.

Wenn ich heute oder in den nächsten Tagen wieder Musik höre, habe ich mir vorgenommen nicht nur die Musik wahrzunehmen, sondern auch die Stille nach dem Hören möglich zu machen. Das ist der Augenblick nach der Musik in dem man wahrnehmen kann, was da gerade passiert ist.

Das wird spannend!

fotos: christiaaane, Momo111 / pixelio.de

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