Mit chronischen Krankheiten leben

Seit Tagen „hängt“ mir ein Blogbeitrag nach, der von JAC auf seinen Seelenspaziergängen geschrieben hat, den ich jetzt nicht weiter verfolgen will, der aber die folgenden Gedanken inspiriert hat.

Ich glaube nicht dass die Tatsache einer chronischen Erkrankung so etwas ganz besonderes ist. Jeder Mensch erlebt in der einen oder anderen Form Beschränkungen. In der physischen Erkrankung sind die Einschränkungen eben körperlicher Art. Irgendwie erleben alle Menschen – ob mit oder ohne Krankheit – in unterschiedlichen Intensitäten das Selbe.

Gestern hatte ich ein langes Telefonat mit einem Vater eines von CED betroffenen Kindes. Dem Kind geht es relativ gut. Kann nach einem aktiven Schub bald wieder in die Schule. Die Prognose steht auf Richtung Normalität.

bin-nicht-daWas bleibt ist die Angst vor allem der Eltern wie es weitergeht. Kommen wieder Schübe? Wie geht es weiter. Wie geht es meinem Kind in 10 Jahren? Kann es Schule, Ausbildung, Beruf, Lebensweg … schaffen. Haben wir den richtigen Arzt? Sind wir gut beraten? Wissen wir genug?

Auseinandersetzung mit chronischen Erkrankungen sind immer auch Auseinandersetzungen mit den eigenen Ängsten.

Im DCCV – Forum lese ich häufiger Sätze wie: „Nehme schon so lange schwere Medikamenten … ich will das mir jetzt Weihrauch (Bsp.) hilft“.

Natürlich kann Weihrauch oder das „sanfte“ Präparat aus der Phytotherapie eventuell helfen. Aber bei solchen Sätzen führt die Auseinandersetzung mit der eigenen Angst zu vermutlich unerfüllbaren Wünschen und Hoffnungen. Sehr begreifbare Hoffnungen, aber eben unrealistischen.

Die Kunst ist es die Ängste zuzulassen und zu bemerken, die Hoffnungen zu pflegen und trotzdem die Realitäten im Auge zu behalten. Im Alltag leben – eben 🙂

foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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