Vegetarier werden – mühelos?

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foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de

Es ist spannend. Vor gut anderhalb Jahren habe ich gefragt: Merkt man, wenn man Vegetarier wird? Heute darf ich sagen, dass der Weg weiter gegangen ist. Ich bin dabei geblieben.

Dabei habe ich nach wie vor das Gefühl, dass dieser Weg nahezu von alleine geht. Als ich vor Jahren mit der Yogapraxis begonnen hatte, habe ich immer wieder gelesen und auch von Lehrern gehört, dass man sich – lässt man sich auf den Yogaweg ein – in dieser Richtung entwickelt. Für mich war das immer ergebnisoffen. Mit dem Resultat, dass Lehrer und die Schriften Recht hatten.

Es ist durchaus passiert, dass ich – vor allem auf Reisen oder auch bei bestimmten Familienfeiern – durchaus schon mal auch Gerichte mit Fleisch gegessen habe. Das ist kein Beinbruch. Vielleicht bin ich zu sehr Biologe und sehe einfach, dass kein (höherer) Organismus existieren kann, ohne andere Organismen zu verdrängen. D.h. in meiner eigenen Existenz liegt schon begründet, dass ich einen bestimmten “Raum” einnehme, den andere nicht mehr besetzten können. Ahimsa als sinnvolle Lebenseinstellung und eine der Grundlagen des Yoga und aller für mich akzeptablen Lebensweisen überhaupt zum Trotz. Es gibt keine höhere Lebensform die nicht von “anderen” Organismen leben würde. Insoweit habe ich keine moralischen Skrupel Fleisch zu essen. Jedenfalls wenn es nur darum ginge, dass ein Tier für meine Ernährung gestorben wäre.

Es ist für mich auch kein Widerspruch die Mitgeschöpflichkeit eines Haustieres anzuerkennen – und es auch als Essen zu akzeptieren.

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Aschermittwoch

Heute wird es also “ernst”. Aus den guten Vorsätzen müssen jetzt Taten erwachsen. Als ich heute morgen aufwachte, wurde mir mit einem Mal klar, dass ich zwar über die Zielsetzung meines Fastens nachgedacht habe – aber noch gar keine klare Vorstellung habe, was ich denn nun ganz genau machen möchte: Innere Reflexion, ein ehrlicheres Eigenbild. Das sind die Ziele. Und – wie geht es jetzt weiter?

Mir wurde klar, dass mir noch der Weg fehlt. Ok, nicht ganz. Es gibt ein paar Wegpunkte. Exerzitien in der Karwoche z.B. oder ein besinnliches Wochenende im Haus der Stille ganz mitten zwischen zwei trubeligen Wochenenden in denen für neue Wege in der DCCV gearbeitet und wahrscheinlich auch gestritten werden wird. Aber auch das sind nur besinnliche Trittsteine in den mutmaßlich trubeligen kommenden Wochen. Es fehlt noch das Konkrete, die an jedem Tag fassbare Übung. Das, was mich dem Ziel näher bringt und was über meine normale Yogapraxis hinaus aus den “7 Wochen” eine Aktion macht, die im Leben fühlbar ist.

Aschenkreuz

foto: Oskar H. Solich / wiktionary.org

In der katholischen Kirche würde ich mir heute mein Aschenkreuz holen. Das sichbare Zeichen für den Beginn der Fastenzeit, dass an die eigene Vergänglichkeit erinnern und zur Umkehr aufrufen möchte. Viele Menschen in den evangelischen Kirchen wünschen sich mehr zeichenhafte Handlungen und trauern auch vielleicht dem “Verlust” solcher Riten hinterher. Hier bin ich mir nicht sicher ob ich mein eigenes Fasten mit genau diesem Ritus beginnen möchte. Mein bisheriges Leben war nicht Asche und das, was ich mit dem Fasten bezwecke, soll mich nicht wie der Phönix in irgendwelche menschlichen oder spirituellen Höhen katapultieren. Mir geht es um einen Impuls in der laufenden persönlichen Weiterentwicklung. Eine Zeit die diesem Ziel ganz besonders gewidmet ist.

Mein persönliches Aschenkreuz habe ich jetzt in diesem Moment mit diesem Beitrag gesetzt. Ganz öffentlich und ganz persönlich.

Es fehlt noch immer noch die tägliche Übung :-) . Das wird bei mir der ganz profane Verzicht auf Alkohol sein. Das ist für mich fühlbarer Verzicht und echte Aufgabe, da ich nur zu gerne mal ein Glas Rotwein trinke. Und weil es mir im Moment mal wieder gut tut, werde ich unter der Woche auch ganz bewusst weniger essen. Das hätte unabhängig von der “offiziellen” Fastenzeit ohnehin angestanden. Ich habe im letzten Jahr deutlich abgenommen und das Ergebnis möchte ich dann doch gerne halten. Und ich möchte in dieser Fastenzeit einmal ganz bewusst alle Psalmen lesen. Jeden einzelnen möchte ich würdigen und mich um Verständnis bemühen. Und natürlich dieses Blog wieder regelmäßig füllen.

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7 Wochen ohne

Fuchsia 'Botanischer Garten München'

foto: bf

Puuhhhh. Ok, die letzten Monate waren nicht die richtige Zeit um zu bloggen. Ob es sich wirklich ändert, kann ich noch gar nicht sagen. Aber immerhin habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen das Blog wieder regelmäßig zu bedienen. Da war es an der Zeit, die Software wieder aktuell zu bekommen. Was wie in “normales” Update begonnen hatte, wurde dann doch eine schwierigere Option – bis hin zum Wechsel meines Hostingpaketes um durch eine aktuelle Datenbankversion überhaupt ein Update möglich zu machen und Umsetzten aller Texte aus der alten Datenbank in eine andere Zeichenkodierung.
Eigentlich wollte ich ja weg vom “Basteln” und dem Rumspielen in den Tiefen von irgendwelchen PHP-Programmen und CSS-Dateien. Das ist eher etwas für Menschen, die auch fachlich auf einem aktuellen Stand bleiben können. Dafür fehlt mir einfach an der Zeit – bzw. ich möchte die Zeit nicht mehr aufbringen. Jetzt war ich aber ganz froh wenigstens ein wenig technisches Rüstzeug zu besitzen. Ohne Grundlagen hätte ich vermutlich aufgeben müssen. Trotzdem … ab jetzt muss die Technik weitgehend ohne mich funktionieren ;-)

Logo von 7 Wochen ohne

7 Wochen ohne - Logo der Aktion der evangelischen Kirche

So, und jetzt schaue ich mal, wie das in der Fastenzeit wird. Meine Art des Fastens wird auch weitaus weniger ein “Verzichten”.  Ich schließe mich inhaltlich auch völlig der Fastenaktion “7 Wochen ohne” an.

Es soll eine Zeit der besonderen Reflexion sein. Das hat zwar auch etwas mit dem offziellen Motto „Ich war’s! 7 Wochen ohne Ausreden“ zu tun. Der Fokus ist dabei aber weniger nach außen gerichtet als das Motto und seine Darstellung vorzugeben scheint. Ich stelle ich immer häufiger fest, dass ich weitaus weniger ehrlich zu mir selber bin, als es mir mein Eigenbild gerne vorspiegelt. Dieses Eigenbild ist meine Baustelle. Und ohne jetzt dieses Eigenbild all zu öffentlich zu machen, möchte ich doch die eine oder andere Erfahrung auf diesem Weg bloggen.

Der absehbare Zeitraum macht es einfacher und ich freue mich darauf. Und obwohl das alles nichts mit dem klassischen “Heilfasten” zu tun hat, benutze ich mal meine eigene Blogkategorie Heilfasten für diese Aktion. Auch aus dem Grunde, weil ich in den letzten Monaten häufiger in den einschlägigen Heilfastenforen gelesen habe. Hier geht es fast immer nur ums Abnehmen. Das finde ich zwar nicht grundsätzlich schlecht, aber nur Fasten alleine kann mich nicht heil machen. In diesen Foren – finde ich – wird die Chance, die sich hinter dem Fasten verbirgt, nur sehr selten aufgegriffen und die Reduzierung auf Nahrungsverzicht lässt mir einfach zu viele Aspekte von Heilfasten ungenutzt. Nicht, dass mir ein gewisser Nahrungsverzicht im Moment nicht gut tun würde … das ist für mich aber das Nebenprodukt des Fastens, nicht der Inhalt.

Hmm, die Vorschau dieses Artikels verrät mir, dass die Bilder noch nicht wie gewünscht eingefügt werden. Also nutze ich mal die Karnevalstage und steige doch noch mal in die Eingeweide der Software. Vielleicht bekomme ich das ja noch vor Aschermittwoch hin.

p.s.: Fehler behoben.

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Das größte Geschenk

Die eigene Präsenz ist das größte Glück, das ein Mensch einem anderen machen kann.
(Thich Nhat Hanh)

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Anusara Yoga Class with Marie Lumholtz

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Wir rennen in den Abgrund

foto: Kenneth Brockmann / pixelio.de

foto: Kenneth Brockmann / pixelio.de

Wir rennen unbekümmert in den Abgrund, nachdem wir irgendetwas vor uns hingestellt haben, das uns hindern soll, ihn zu sehen.
Das Zitat wird Blaise Pascal zugesprochen. Als ich es heute morgen las war ich von dem Gedanken dahinter gleich fasziniert und bin noch jetzt dabei, ständig zu nicken.
Mal sehen, ob es mir gelingt, daraus zu lernen. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

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Wahrnehmen

Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen. Ich schulde ihnen noch mein Leben.
Frederike Frei

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Was neue Bilder bewirken

Es ist schon erstaunlich … nein, nicht dass ich endlich wieder einen Beitrag ins Blog schreibe … was Bilder bewirken. Keine Gemälde, schnöde Passfotos oder ähnliches, sondern Porträtfotos. Nach längerem Zögern habe ich mich überwunden und mir von Christoph Taterka Fotos machen lassen. Und bin begeistert.

Bernd Franzen

Foto: Christoph Taterka

Christoph Taterka, der Fotograf, hat mich übrigens ins Schleudern gebracht als er mich fragte, was denn auf meinen Fotos rüber kommen soll. Das einzige klare Stichwort, was mir darauf hin einfiel, war eigentlich schlicht Freundlichkeit. Was bei näherer Betrachtung ein großer Anspruch ist.
Wie ich finde, ist es gelungen. Und so schmückt jetzt ein neues Bild das Blog.

Und was bewirken die neue Bilder denn nun wirklich? Sie helfen mir im Moment dabei, den eigenen Standpunkt neu zu überdenken.
Die Bilder sind nicht primär für diesen Blog entstanden, sondern weil ich erneut für den Vorstand der DCCV kandidieren werde. Diese Funktion in einem großen Verband der Gesundheitsselbsthilfe hat immer wieder zur Folge, dass auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Das hat von außen nicht immer den Anschein von Freundlichkeit und manchmal merke ich an mir selber, dass ich nicht immer so reagiere, wie ich mir das eigentlich vorstelle.

Aber trotzdem ist es mir ein Anliegen auch dann, wenn scheinbar unfreundliche Entscheidungen gefällt werden müssen, diese mit größtmöglicher Achtung und Menschlichkeit zu fällen. Nicht nur in einem Ehrenamt, sondern auch im ganz normalen Leben. Im Yoga ist es yama und niyama, die äußere und innere Disziplin, die zu so einer Haltung anhält. (Sutra II, 31) spricht davon, dass diese Haltung alle Bereiche des Lebens durchdringen sollen, unabhängig von irgendwelchen Begrenzungen.

Ich finde es legitim Bilder zu machen, die möglicherweise etwas davon ausdrücken, wo man hin will. Fotos, die freundlichen Eindruck erwecken, spiegeln die Bestrebung wider auch das zu werden, was das Bild zeigt!

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Ein Video gegen die Angst

Einfach nur gut gemacht!

via Bachmichel

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Psalm 30,3

Nerine bowdeniiHerr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien und du hast mich geheilt. (Psalm 30,3)

Seltsam. Da glaubt man, alles unter Kontrolle zu haben. Und was passiert?

Man wird krank, fühlt sich nicht wohl, das Leben läuft scheinbar an einem vorbei. Es gibt ein unbestimmtes Gefühl des Alleinseins, es fehlt etwas. Nicht dass ich hier mutterseelenalleine vor meinem Rechner sitzen würde. Menschen, die ich liebe umgeben mich. Ich stehe in Kontakt mit anderen.

Aber nicht immer mit mir selber!

Und dann findet sich in den Losungen für heute diese Satz aus dem Psalmen.

Das hat bei mir ein ganz seltsames Gefühl ausgelöst. So als wäre ich nicht mehr alleine. Das hat dieser Satz heute morgen geändert. Vielleicht nur für einen Augenblick. Aber er wirkt nach und ist jetzt, noch Stunden später spürbar.

Ich bin nicht allein, bin ganz bei mir und fühle mich getragen.

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