Ab in den Sommer!

Die Sommerzeit hat angefangen. Für mich ist das eine echte Erleichterung. Zwar kenne ich die Gegenargumente, wie sie z.B. die ARD Tagesschau benennt. Die geschenkte Stunde Helligkeit am Abend ist mir ein Geschenk. Das ist immer der Schub der mir sagt, dass der Sommer vor der Tür steht, die Gartensaison anfängt und der Winter endlich vorüber ist. Und selbst, wenn ich nach Uhrzeit morgens früher aufstehen muss, weil die Kinder rechtzeitig zur Schule müssen, was mir als Spätzünder schwer fällt. Das wiegt mir die am Abend gewonnene Stunde Helligkeit locker auf. Also freuen wir uns auf den Sommer und dann … ab in den Pool. Die Schwimmnudeln liegen schon bereit.

Schwimmnudeln am Pool

foto: ingo anstötz / pixelio.de

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Yoga am Morgen – I. körperliche Praxis

Yoga am Morgen hat schon eine besondere Qualität. Als ich geschaut habe, was sich sonst noch über morgendlichen Yoga finden lässt, bin ich via Diana auf Yogabasics über diesen Yogapodcast des amerikanischen Yoga Journal gestolpert.

Auch wenn das eine Form ist, der ich selber so nicht unterrichte und wo ich mich auch in der Praxis nur weitläufig annähere. Das ist eine Yogapraxis, die ich auch von der Länge – ca. eine halbe Stunde – ganz schön finde. Wer sich daran orientieren möchte: Es ist nicht für ganz blutige Anfänger. Jason Crandell, der Yogalehrer, die hier die Anleitung macht hat seine Wurzel im Stil von B.K.S. Iyengar und verbindet die asana in einem fließenden Vinyasa Yoga. Wenn man seine eigenen Grenzen kennt und schon ein wenig Erfahrung mit eigenständiger Praxis hat, steht einem Üben nichts im Wege.

Auch wenn man sich nicht an so eine Praxis anlehnen will. Am Morgen steht ganz sicher der Aspekt des Wachwerden und sich den Aufgaben und Anforderungen des Tages stellen im Vordergrund. Schon aus den ganz normalen Körperreflexen heraus dehnt und streckt man sich am Morgen. Das sollte man auch in seinen asana wiederfinden. Gute allgemeine Tipps finden sich im Beitrag von Diana und auch mit der Empfehlung für die Kriegerhaltung stimme ich sehr überein, eine sehr detaillierte Anleitung findet man dieses yogisch virabhadrasana genannte asana hier.

Wer einen der vielen Formen des Sonnengruß (surya namaskar) beherrscht ist eigentlich fein heraus. Mein eigener Tag beginnt meist mit ein, zwei Runden des Sonnengruß. Mehr schaffe ich oft nicht, da ich eher zur morgenmuffligen Fraktion gehöre. Mein körperlicher Bewegungsdrang ist dann noch nicht sehr ausgeprägt.

Und wenn ich in diesem Beitrag schon mit körperlich fordernden Videos ausschmücke, hier eine Anleitung von Anke zum Sonnengruß.

Link

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Kleines Bloggeflüster

Kaum bin ich zwei, drei Wochen seit meiner Fastenaktion 7 Wochen ohne auf dem Blog aktiv merke ich, dass sich rein technisch tatsächlich Aufwind in den Zugriffszahlen ergibt und auch meine Beschäftigung mit diesem Medium wieder deutlich intensiver und auch bewusster wird. Mit großem Gewinn auch für die Praxis.

Im Moment bin ich dabei mein Feed auszumisten. Hier haben sich viele Karteileichen eingeschlichen. Und es war auch zu groß geworden, so dass ich es nicht mehr überblicken konnte. Es kann nur eine Lösung geben: Löschen und gut ist. Ich kann a) jederzeit wieder ein Feed über mein Mailprogramm abonnieren und b) vergisst das Internet nichts. Die Zeit, die ich früher im Feed verbracht habe, möchte ich mir nicht mehr nehmen, sondern zielgerichteter verbringen. Und weil ich gerade dabei war habe ich noch ein paar andere Programme gelöscht, die ich nicht mehr brauche. Das hatte etwas von Frühlingsputz am Arbeitsplatz.

Die Suche nach einer Übung für eine Meditationsgruppe, brachte mich nach längerer Pause wieder zu Norbert Glaab. Das Thema ist übrigens (wie soll es anders sein) die Selbstreflexion. Die drei wichtigsten … werde ich für meine Zwecke zwar etwas anpassen, aber dafür sind Vorlagen ja da :-)

Sonnenblume

foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Wirklich überrascht hat es mich, als ich mir die Tage angesehen habe, wie und über welche Suchworte mein Alltags-Blog gefunden wird. Das Wort Hingabe ist ein Renner. Schade, dass man den Menschen nicht in den Kopf schauen kann, denn es würde mich zu sehr interessieren, warum doch in der letzten Woche immerhin 6 Menschen nach der Hingabe gesucht haben und dabei mein Blog besucht haben.

Zu anderen Schlüsselwörtern habe ich mir eine Notiz gemacht – drüber nachdenken und bei Zeiten drüber schreiben. Denn es sind Fragen, von denen ich weiß, dass sie auf diesem Blog zwar gesucht (und die Begriffe auch gefunden) wurden, aber die nicht oder auch für mich unbefriedigend beantwortet werden.

Stoff zum Bloggen gibt es also genug.

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Gut gegen Schlaf

Schlaflosigkeit bzw. eine Übungsreihe für besseren Schlaf war auf diesem Blog schon Thema. Zeit, sich mal weniger ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzten:

gut gegen schlaf

foto: bf

Ein Lob der Handykamera. So können solche Werbebotschaften gleich für die Nachwelt festgehalten werden. Wer weiß, was man sich bei dieser Matratzenwerbung gedacht hat?

Vielleicht kann ich als Yogalehrer von der Werbung lernen? Macht es also für die ca. 50% gut schlafenden Menschen Sinn ein Yogaprogramm zu entwickeln?

Ich werde in mich gehen.

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Das Ich in auf der Streichholzschachtel

Manches Mal sind es die relativ kleinen Dinge, die Freude machen. Am Wochenende war ich zu Einkehrtagen im Haus der Stille / Rengsdorf. Das passte ganz ausgezeichnet zu meinem persönlichen Fastenprojekt unter 7 Wochen ohne.

Eine der Übungen, die wir dort gemacht haben, war der Versuch eine Momentaufnahme der eigenen Situation zu machen. Zur Verfügung standen ganz viele Streichholzschachteln mit Bildern darauf aus denen man diese Momentaufnahme zusammenstellen konnte. Zunächst war ich mir in der Übung sehr unsicher. Vorgegebene Bilder finde ich immer schwierig. Erst als der Entschluss fest stand, dass es immer noch meine Interpretation eines Bildes ist, was für mich die Aussage ausmacht, ging es wie geschmiert. Und – tatatataaaa – hier ist das Ergebnis:

Das Ich aus Streichholzschachteln

foto: bf

Das Bild möchte ich an dieser Stelle nicht groß kommentieren. Wenn ich die selbe Aufgabe heute nach einem eher anstrengenden Arbeitstag hätte, wäre das Ergebnis sicher anders ausgefallen. Schön ist, dass diese Übung funktioniert. Und die Schachteln fordern geradezu heraus, ständig neue Konstellationen zu versuchen. Das Ich dargestellt durch die Streichholzschachteln ist wandelbar. Ein Griff und es wird neu. Ein Streichholz anders gelegt und die einzelnen Teile stehen in neuen Zusammenhängen. Die Schachteln anders angeordnet und schon bekommen sie andere Gewichtungen und eventuell auch neue Bedeutungen.

In vielen Yogastunden beschäftigt man sich in meiner Schule damit, wo man jetzt in diesem Moment steht. Selbstreflektion und Selbstwahrnehmung ist unabdingbarer Bestandteil des Yogaweges. Nur wenn ich mitbekomme, wo ich gerade stehe gewinne ich die Freiheit die im Yoga liegt. Insoweit ist der grundsätzliche Mechanismus Teil meiner regelmäßigen Praxis.

Wenn man sich in dieser speziellen Weise damit beschäftigt, merkt man erst, wie die Eigenwahrnehmung von der momentanen Stimmung und aktuellen Lebenszusammenhängen abhängt. Es hat etwas von Spielen mit Bauklötzen und ist sehr lehrreich.

Mir macht diese Erfahrung weiter Lust auf die Beschäftigung mit mir selber. Für dieses Blog ist das vielleicht schon etwas langweilig, aber es ist eben Bestandteil meines Fastens und die geneigte LeserIn (die eine oder den anderen gibt es ja gottseidank ) wird mir hoffentlich verzeihen. Es sind ja nur noch 5 Wochen ;-) … aber ich versuche auch wieder allgemeinere Themen zu finden.

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Die Suche nach mir selber

Wenn du dich auf die Suche nach dir selber begibst, wird dir Gott begegnen.

Die Quelle des Satzes finde ich nicht mehr, aber er begleitet mich seit geraumer Zeit und schleicht sich immer wieder in die Meditation ein.

fraktales Blumenbild

Gerd Altmann / pixelio.de

Seit einigen Monaten habe ich wieder eine regelmäßige Meditationsgruppe in der hiesigen Gemeinde in Köln Deutz / Poll. Die Teilnehmerinnen – wie so oft sind es nur Frauen – stammen aus meiner Yogagruppe. Das hat zwei Lebensstränge. Zum einen ist die Meditation die natürliche Fortführung der Praxis im Yogakurs, in dem Entspannung und Asana und Atemübungen im Fokus sind. In der Meditationsgruppe leiten wir über von der übbaren Praxis hinüber in die sich der Erkenntnis übergebenden Praxis. In der Meditation kann man nur die Hinleitung tatsächlich erlernen. Das, was dann im Sitzen passiert, ist weitgehend dem eigenen Erleben überlassen. Der Lehrer kann nur noch Erklärungen zum Erleben geben. Nicht mehr und nicht weniger.

Der zweite Lebensstrang wird durch den Satz markiert. Wenn man sich in die Meditation begibt, kann man nicht verhindern, dass man auch in Kontakt mit sich selber kommt. Meinen eigenen Weg habe ich hier schon vor längerer Zeit beschrieben und ich glaube an der Allgemeingültigkeit der Kernaussage: Man kann sich nicht jeden Tag eine gewisse Zeit – sagen wir mal 15 Minuten – vor eine weiße Wand setzten ohne in Kontakt mit den tiefen Lebensfragen zu kommen. Wo komme ich her, wer bin ich, warum bin ich … Jedenfalls wird das passieren, wenn ich bei diesen Sitzungen keine Ablenkung habe und nur versuche diese Zeit mit “nichts” verbringe.

Es ist egal ob ich versuche jeden Gedanken der kommt gehen zu lassen und versuche die Pausen zwischen den Gedanken länger werden zu lassen (Gedanken”leere”). Oder ob ich versuche meinen Geist auf nur einen einzigen Punkt zu sammeln – und dabei gleichzeitig die beiden wichtigsten Meditationsformen angesprochen habe. In beiden Fällen wird man erleben, dass der Geist rege ist und sich weder auf die Gedankenleere noch auf die Konzentration auf einen einzigen Punkt einlassen mag. Also muss ich mich mit meinem Geist, meinen Gedanken beschäftigen, sie versuchen in eine Richtung zu bekommen. Das ist harte Arbeit und es ist mir völlig unverständlich, warum in vielen Köpfen ein Bild von Meditation besteht, in dem Menschen mehr oder weniger entrückt und mühelos nichts vor sich hindenken.

Das sind Qualitäten, die man in der Entspannung erreichen kann. Auch erstrebenswerte und förderliche Zustände. Aber eben Zustände der Entspannung. Eher zurückgenommen und im schmalen Grad zwischen Wachheit und Schlaf angesiedelt. Das nur wenig mit dem hochwachen und aktiven Zustand der Meditation zu tun, auch wenn die Beherrschung der Entspannung eine gute Grundlage für die Meditation ist.

In dem, was in der Meditation entsteht ist nicht Suchen sondern Finden. Ich mache mich leer und finde dadurch das Erkennen. Das ist ein Weg, der immer wieder neu genommen werden werden will. Und auf diesem Weg werde ich in der einen oder anderen Form Gott begegnen. Wetten?

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Lachen, Selbsthilfe und das freundliche Gesicht

“Jedesmal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu.”
(Curzio Malaparte, 1898-1957)

So ganz nach Lachen ist mir im Moment angesichts der Ereignisse in Japan und Libyen nicht immer zumute. Es ist jedenfalls nicht die Zeit der geistlosen Rumblödeleien. Aber auch nicht die Zeit in Sack und Asche zu gehen. Gerade jetzt kann ein Lächeln eine ganze Menge bewirken.

Heute nachmittag hatte ich in einer Reha-Klinik eine Veranstaltung, in dem ich Selbsthilfe bei chronischen Darmentzündungen (CED) vorgestellt habe. Diese Veranstaltungen sind immer sehr spannend, denn ich weiß nie, auf was für eine Gruppe ich treffe und es gilt immer das Eis zu brechen. Denn auch die Teilnehmer wissen nicht, was auf sie zukommt. Sie haben diese Veranstaltung in ihrem Behandlungsplan und erwarten meist, dass sie einen Vortrag bekommen. Bekommen sie auch – aber viel mehr ein Gespräch, dass sie einbezieht. Da muss man immer erst ein sinnvolles Gesprächsklima aufbauen.

Bei der allerersten dieser Veranstaltungen war ich wegen Staus zu spät. Und es war wie es kommen musste – diese erste Veranstaltung war eine Katastrophe. Mein Vortrag (obwohl gut vorbereitet) war zusammengestottert, ein Gespräch kam nicht zustande. Ein Arzt aus dem Haus, der die erste Veranstaltung begleitet hatte (man wollte ja sehen, wen man da so einge”kauft” hatte), trötete mich nur schwach in dem er darauf hinwies, dass die Gruppe schwierig zusammengesetzt war. Mag sein. Aber es geht besser und ich bin sicher auch mit dieser Gruppe hätte es besser gehen können. Bei den Nachfolgeveranstaltungen war ich pünktlich und habe vor Beginn ganz bewusst das freundliche Gesicht geübt. Noch im Auto – und siehe da. Seitdem klappt es mit den Gruppen.

Warum, kann man gleich selber ausprobieren:

Das Video ist durchaus schon älter und ich habe es auch schon mal geblogged.

Es ist immer wieder verblüffend. Die kleine Übung verändert die eigene Stimmung. Macht positiver. Und sie überträgt sich auf die Gruppenteilnehmer. Vielleicht ist mein freundliches Gesicht nicht ganz so ansteckend, wie das Babylachen im YouTube-Filmchen. Aber es reicht aus, ein sinnvolles Klima zu erzeugen.

Darum lohnt es sich, das freundliche Gesicht zu üben.

Also gleich Lachyoga?. Hier bin ich nicht ganz überzeugt. Genau so gut wie ich weiß, dass das freundliche Gesicht hilft, genau weiß ich aber auch, dass man das Prinzip überfordern kann. Ich habe Lachyoga auch erlebt als Zwang fröhlich zu sein. Das halte ich nicht für förderlich, weil es mich von meinen Gefühlen eher wegbringt. Dann bin ich nicht authentisch. Die Gefahr ist beim freundlichen Gesicht sehr viel geringer. Und wenn ein ehrliches, tief von innen kommendes Lachen daraus wird, ist das um so besser. Vielleicht – nein, ganz sicher! – hat Malaparte im Eingangszitat zu diesem Beitrag recht. Lachen verlängert das Leben! Und falls nicht, war jede Sekunde ehrlichen Lachens mehr wert als ein Tag des Lebens ohne dieses Lachen.

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Gibt es Antworten zu existentiellen Fragen?

Mein letzter Beitrag in diesem Blog hat zu mehreren Reaktionen geführt, aber leider wenig (bislang einem) Niederschlag in Kommentaren – was nach der langen Blogpause auch nicht anders zu erwarten ist. Als ich mir die Frage stellte, wie Gott etwas Schreckliches  zulassen kann, war ich gar nicht so sehr an einer Antwort interessiert, sondern mehr daran, wie ich selber mit der Frage umgehe. Der Artikel ist mehr ein Beitrag zu inneren Nabelschau. Zur Frage darüber, wie ich selber mit solchen Fragen umgehe. Er gehört zu meinem Fastenprogramm. 7 Wochen ohne – verstanden als eigene Reflexion.

Geborgenheit

Grace Winter / pixelio.de

Es geht mir weiterhin nicht darum bis ins Letzte zu ergründen, ob Gott Schuld hat. Auch nicht darum, ob überhaupt jemand “Schuld” hat an einer Katastrophe wie in Japan. Wenn die Frage objektiv beantwortbar ist, dann ist es wohl eher eine kollektiv/gesellschaftliche Schuld, die sich nicht an einen Menschen oder gar an Gott festmachen lässt. Damit ist für mich im Moment der intellektuell fassbare Teil fertig. Aber befriedigt mich diese Antwort? Ist sie wirklich meine eigene? Was für Konsequenzen folgen daraus? Weiterlesen

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Wie kann Gott das zulassen?

Eigentlich wollte ich gerade Schluss machen und zu Bett gehen. Da läuft über den Ticker die Meldung, dass es in Fukushima eine erneute Explosion gegeben hat. Radioaktivität ist ausgetreten. Das lässt mich jetzt nicht mehr ruhen. Die Nachrichtensender lassen weiter belanglose Reportagen laufen. Nur die ARD hat für 2:40 eine Sondersendung angesetzt. Das will ich noch abwarten und bis dahin mit den Menschen hoffen, beten und trauern. Und da kommt die Frage fast automatisch. Wie kann Gott das zulassen?

Eine Antwort habe ich im Moment nicht. Natürlich habe ich erstmal “im Internet” nachgesehen. Manchmal findet man ja gute Gedanken, an die man anknüpfen kann. Oft finde ich die auf evangelisch.de. Nur diesmal nicht. Es gibt sogar einen Artikel von heute mit dem Titel “Fragen und Zweifel: Wie konnte Gott das zulassen?“. Wenn ich den Artikel überfliege lese ich Begriffe wie Theodizee?, Epikur, Leibnitz (was interessieren mich jetzt Jahreszahlen zu seinem Leben?), ein Erdbeben von 1700sonstwas, Kant (wieder mit Jahreszahlen). In mir sträubt sich alles. Für einen  Grundkurs in Philosophiegeschichte fehlen mir bei dieser Überschrift Geduld und Verständnis. Psalm 121 wird zitiert: “Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!” Ist mir der Satz: “Gerade angesichts von Katastrophen – wie etwa am 11. September 2001 bei den Terroranschlägen in den USA, dem Erdbeben in Haiti oder bei Tsunami-Katastrophen – spüren Menschen, dass sie ihr Leben nicht selbst in der Hand haben” irgend eine Hilfe?

Nein, natürlich nicht. Weder irgend ein Philosoph noch scheinbare Gelehrsamkeit helfen bei der Frage und im Moment spricht auch der Psalm nicht zu mir. Und ich ärgere mich über meine Spitzfindigkeit angesichts der menschlichen Katastrophe und über meine eigene kleinkarierte Kritik an dem Artikel. Kann ich es nicht bei der Tatsache belassen, dass der Artikel nicht zu mir spricht?

Nein, kann ich offenbar nicht. Ich brauche gerade den Hausmeister Krause in mir um nicht zu verzweifeln.

Der Bericht hat begonnen. Es ist zwar noch spekulativ, aber es scheint sicher: Radioaktivität ist in größerem Maße ausgetreten. Die Katastrophe wird immer schlimmer und irgendwie fühle ich mich den Menschen in Trauer verbunden. Kann man überhaupt nachvollziehen, wie es ist jetzt im Katastrophengebiet zu sein?

Aber wenn ich den Bericht aus Fukushima jetzt höre: Gott kommt darin nicht vor. Menschen haben die Kraftwerke gebaut. Das Erdbeben ist eine Folge der Plattentektonik und der Tsunami wiederum eine Folge des Erdbebens. Das Austreten der Radioaktivität konnte passieren, weil es Kraftwerk, Erdbeben und Tsunami gegeben hat.

Ich brauche Gott nicht für die Erklärung, warum das alles passiert ist. Das beruhigt mich im Moment etwas. ER ist jedenfalls nicht “schuldig“. Es erklärt zwar auch nicht, warum er es zulässt. Mit diesem Wissen kann ich jetzt im Moment leben.

Vielleicht ist der Psalm noch die beste Idee. “Meine Hilfe kommt vom Herrn“. Der Satz spricht immer noch nicht zu mir. Aber ich kann ihn als Mantra mitnehmen. Ich möchte den Gedanken nicht mehr loslassen. Vielleicht begleitet er mich in den Schlaf. Vielleicht bringt dieser Satz mich der Frage näher.

Die Antwort kann noch warten. Es gibt für mich im Moment nicht mehr die Schuldfrage und darum ist es nicht mehr ganz so wichtig wie Gott das zulassen konnte. Ich muss mir die Frage jetzt nicht mehr beantworten.

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Lebensphasen, die “mittleren” Jahre – eine Übung

Das eigene Arbeiten mit “7  Wochen ohne” gerät auch außerhalb dieses Blogs zur Nabelschau. Nicht nur, weil es mir um ein ehrlicheres Eigenbild geht. Neben meinen sonstigen Aktivitäten befinde ich mich derzeit noch in einer seelsorgerischen Grundausbildung, die die Voraussetzung für eine Ausbildung in geistlicher Begleitung ist, die ich in den nächsten Jahren absolvieren möchte. Das Ausbildungsthema diesen Donnerstag waren die mittleren Jahre. Also die Lebensphase, in der ich mich selber befinde. Und Aufgabe in der Ausbildung war, seine eigenen ursprünglichen Erwartungen an diesen Lebensabschnitt (grob zwischen dem 35 und 55 Lebensjahr) zu formulieren. Und in einem zweiten Schritt zu schauen, was sich von diesen Erwartungen erfüllt hat.

In diesen mittleren Jahren stehen berufliche Entwicklung, Familie / Partnerschaft / Kinder groß ziehen auf der Agenda. Eine Heimat finden im Sinne von sich um “Haus und Hof” kümmern und mir selber war wichtig, auch seine spirituelle Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren.

In der Ausbildung wird eine Übung daraus, die spannend ist und geradezu perfekt zu meinem Fastenthema passt. Die Übung ist alle seine Vorstellungen und Wünsche an die “mittleren Jahre” zu erinnern. Schon alleine das ist ein Einstieg in die eigene Biographie und der Beginn der Reflexion.

Der zweite Schritt ist noch spannender. Die Aufforderung war nieder zu schreiben, was denn von diesen Vorstellungen und Wünschen realisiert ist. Selbst lebend in dieser Phase fiel mir das relativ leicht. Die Herausforderung ist dann zu benennen, was denn dazu geführt hat, warum das eine oder andere Ziel nicht erreicht worden ist.

Das kann schon unbequemer sein. Denn es ist nicht gefragt welche Ausreden es gibt, warum man nicht der strahlende, erfolgreiche Supermann geworden, sondern eben der Mensch, der mensch nun mal geworden ist. Gefordert ist das selbst Erkennen.
Die Übung “geht” selbstverständlich auch für jedes andere Lebensalter. Immer gibt es Erwartungen und Hoffnungen, die sich letztlich an den Realitäten orientiert nur in einem bestimmten Maß verwirklichen. Dem nach zu spüren ist spannend.

Nachahmung empfohlen.

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